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Alles drin im Comedy-Mix

Blitz-Kritik Alles drin im Comedy-Mix

Gut gemischte Comedy-Gala: Mit Masud Akbarzadeh, Jacqueline Feldmann, Sven Hieronymus und Marek Fis brachten vier ganz unterschiedliche Comedians das Publikum im  Metro-Kino im Schlosshof zum Lachen.

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Marek Fis sorgte für Lacher im Metro-Kino.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Der erste Eindruck

Kiel. Die Mischung macht`s und somit war zwischen Schmunzeln und Brüllen jede Publikumsreaktion vertreten. Die Qualität des Dargebotenen bewegte sich in eben diesem Rahmen. Der nur halb gefüllte Saal machte es nicht leicht, Stimmung aufkommen zu lassen, doch spätestens nach dem deftigen Auftritt von Marek Fis war das Eis gebrochen.

Das Programm

Masud Akbarzadeh pflegt sein Phlegma und macht böse Scherze. Das allerdings mit einer lakonischen und charmanten Art. „Ich komm aus Persien. Ich sage lieber nicht, dass ich aus dem Iran komme, dann werden die Leute immer gleich nervös – besonders wenn ich einen Rucksack trage.“ Spricht`s, macht eine Pause und ruft: „Bumm!“ Kleiner Schreck gelungen, und auch weitere „Psychospielchen“ verfehlen ihre Wirkung nicht.

Jacqueline Feldmann macht klassische Stand-Up-Comedy, thematisiert ihren Vornamen („Da hat man gleich so eine Assiziation“), berichtet von ihren mäßigen Fahrkünsten, ihrer nicht so hellen Freundin Franzi, ( „Was ist die Hälfte von zehn? Halb zehn.“) und ihrer Zeit als Finanzbeamtin. Nicht jeder Gag zündet, aber Jacqueline Feldmann weiß wie es geht.

Sven Hieronymus kommt aus Mainz und ist da unten „eine Riesennummer“, wie Metro-Moderator Andre Liebmann verrät. Die Herkunft hört man dem Mann mit der interessanten Physiognomie („Da ist der Herrgott beim Körpertöpfern abgerutscht“) sofort an. Er ist, wie viele Comedians, oft auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs – dementsprechend abgegrast ist dieses Comedy-Feld bereits. Doch die ein oder andere Blüte wie die Frage einer Mitreisenden „Schlafen Sie auch an Bord?“ findet Hieronymus, der auch als Radiomoderator, Autor und Musiker tätig ist, dann doch noch.

Der Pole Marek Fis sorgt für die stärksten Reaktionen. Er haut zwar mächtig drauf, aber die Art und Weise, wie sich der „Ostblock-Latino“ in Rage redet, ist schlichtweg komisch. Mit polnischem Akzent und schön parodierten deutschen Dialekten echauffiert er sich über Sendungen wie „Promi Big Brother“ („Was für Promis sind das? Die mussten sich einander vorstellen!“) und ist in seinen Bildern nicht zimperlich: „Der hatte weniger Hirn als Kurt Cobain nach dem letzten Schuss.“ Viel Applaus für den Mann in der Jogginghose.

Fazit

Mixed-Shows sind eine gute Chance, auch relativ frischen Comedians eine große Bühne zu bieten. Im Falle der Comedy Pfingst-Gala war vielleicht ein bekannter Name zu wenig dabei, so dass der Saal nur halb gefüllt war. So verhallte so mancher Gag, zum Teil zu Recht, zum Teil in der Größe der Location.

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