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Über die Fernen ganz nah

Blitz-Kritik: Folkbaltica Über die Fernen ganz nah

„Die große Reise“ heißt das Motto der Folkbaltica. Im einzigen Kieler Konzert des Festivals ging diese gestern im Kulturforum mit dem Stockholm Lisboa Project vom Südwesten bis in den Nordosten Europas. Die kanadische Sängerin Alejandra Ribera schlug die Brücke sogar über den Atlantik und zurück.

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Wieder einen großen Schritt weiter

Alejandra Ribera und Band im Kieler Kulturforum.

Quelle: Björn Schaller

Der erste Eindruck

Kiel. Wenn Schweden auf Portugiesen treffen, nordischer Folk auf den Fado-Gesang, tanzbare Polka auf sinnliche Melancholie, dann sind das keine zwei, drei oder vier Welten, sondern – zumindest musikalisch – „eine Welt“.

Das Programm

4 000 Kilometer liegen zwischen Stockholm und Lissabon. Das Stockholm Lisboa Project lässt diese Ferne auf unmittelbare Nähe zusammenschnurren, macht auf dem Weg hin und zurück Zwischenstopp bei der polnischen Polka und vereint so mindestens drei Folk-Traditionen, die Sängerin Rita Maria in ihrem Fado-Gesang fokussiert. Gefühl pur, aber auch Tanz mit Geige, Mandola und Saxofon. Alejandra Ribera und ihr Trio stellen das jüngst in Deutschland erschienene Album „This Island“ vor. Auf einer „Insel“, nämlich in den Wäldern Ontarios, entstanden, bietet es Singer-Songwriting von Welt-Format à la Joni Mitchell, Tom Waits und Nina Simone.

Das Publikum ...

... sieht im Folk noch den Völker und Kulturen verbindenden Gedanken. Spontane und von Herzen kommende Bravos für Rita Marias Gesang, „gerockter“ Applaus für Alejandra Riberas Texte und Stimmgewalt.

Was in Erinnerung bleibt

Zwei starke Frauen, die nicht nur stimmlich, sondern auch in ihren Lyrics überzeugen. Riberas „Carry Me“ ist der Mutmach-Song und Hit des Abends: musikalisch ein Renner, mit nach Hause zu nehmen die Botschaft, dass wir zusammen stark sein können.

Fazit

Folkbalticas „große Reise“ überspannt und vereint Kontinente, Kulturen, wenn nicht die Welt. Wo diese auseinanderzubrechen droht, bleibt die Musik als uns alle Verbindendes – nicht nur theoretisch, sondern hier erlebt.

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