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Die Party-Therapie

Blitz-Kritik: HGich.T Die Party-Therapie

Party? Therapie? Oder einfach nur durchgeknallter Trash? Was auch immer es für die vielen Besucher der Pumpe war; die Show des Hamburger Goa-Trance-Partykollektivs HGich.T war auf und vor der Bühne ein guter Spaß und Tanz im Neonlicht.

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Die Show des Hamburger Goa-Trance-Partykollektivs HGich.T war auf und vor der Bühne ein guter Spaß und Tanz im Neonlicht.

Quelle: Michael Kaniecki

Der erste Eindruck

Kiel. Pumpende Beats in gehobener Lautstärke müssen erst einmal den Körper passieren, dann ist man im von Neon beschienenen Wollfäden durchzogenen Saal angekommen und wird der ebenso Neon bestrahlten oder in Bauwesten bekleideten Fangemeinde gewahr. Die Bühnendeko sieht aus wie ein lange verlassenes Occupy-Camp.

Die Show

Den Support bestreitet mit Gonger Om ein grabestiefes, psychedelisches Deathmetal-Ensemble; kaum zu glauben, dass schon kurze Zeit später ein Sommerhit wie „We’re Going To Ibiza“ von den Vengaboys durch den Saal hüpft. Anschließend wieder Goa und Techno; alles geht bei einer HGich.T-Show. „Therapie wirkt“ heißt das neueste Werk und diese wird geleitet von Vhagvan Svami, früher unter dem Namen Anna-Maria Kaiser bekannt. In einem ununterbrochenen Redefluss aus Gagatexten in einem Lebensweisheitenstrom um Schule, Therapie, Sex, Drogen und Systemkritik quasselt sich der Bürohengst mit der Handynummer auf der Stirn durch den Abend, während seine Mitstreiter musikalische Elektro-Exzesse feiern und Interaktion mit dem Publikum betreiben.

Das Publikum

Von Azubi bis Student ist alles dabei, was jung ist (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel). Neonfarbe im Gesicht, ein auf verschiedene Arten erzeugter Rausch im Kopf; so kann man sich einlassen auf das Spektakel aus Trash-Show im Goa-Wahnsinn und kalkuliertem Tabubruch. Tanzen, Mitsingen, Polonäse, sich auf der Bühne züchtigen lassen oder einfach dem durch den Saal mäandernden Vhagvan Svami folgen; Langeweile kommt nicht auf.

Was in Erinnerung bleibt

Trotz der grellen Optik und des vermeintlichen Chaos geht es HGich.T nicht anders als alten Rockbands, von denen das Publikum auch immer die alten Hits hören möchte und bestimmte Showelemente wünscht. Das sind hier eben Titel wie „Hauptschuhle“ oder das komplette Entkleiden von Dr. Diamond beim Playback-Gitarrensolo. Die Idee der unterhaltsamen Demontage gängiger Musikkultur ist aber immer wieder ein Genuss.

Fazit

Therapie wirkt!

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