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Kari Bremnes: Nordische Farben des Gefühls

Blitz-Kritik Kari Bremnes: Nordische Farben des Gefühls

Die norwegische Singer-Songwriterin Kari Bremnes steht seit 30 Jahren auf der Bühne und wird in wenigen Tagen 60. Von Alterswerk indes keine Spur in der Halle 400 in Kiel, wo sie das Publikum mit ihren neuen, noch unveröffentlichten Songs zu Applausstürmen hinriss.

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Kari Bremnes in der Halle 400 in Kiel: Blutrot pulst das Herz in „Det Einaste Vi Ville“.

Quelle: Björn Schaller

Der erste Eindruck:

Legen wir mal all das beiseite, was wir von ihr wissen, dass man sie mit Joni Mitchell vergleicht (Björk könnte man neuerdings hinzunennen), dass ihre Alben in Plattenläden eher unter „Jazz“ einsortiert werden, weil Schubladen halt sein müssen. In der fast vollbesetzten Halle 400 könnte sie mit ihrer Band auch unter Electropop, sogar Rave firmieren.

Das Programm:

Jeder Stimmungslage von Bremnes’ Songs, die sich nicht mehr auf nordische Melancholie reduzieren lassen, ist eine Farbe zugeordnet: Blau steht für den „Blue Mood“ wie im sanften Opener „Det Kunne Skjedd“. Es folgt ein frühlingsfrohes Grün in „Glem Ikkje“. Blutrot pulst das Herz in „Det Einaste Vi Ville“, einem Song über das (doch nie) Erwachsenwerden.

Das Publikum ...

... folgt ihrer „Spor – Spur“, die auf Neues verweist, dem Alten dennoch applaudierend und Zugaben wie den Hit „E Du Nord?“ fordernd.

Was in Erinnerung bleibt:

Bremnes’ Interpretation von Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“: Eine dunkle Klangfarbe der Einsamkeit und Verlassenheit, der Angst, die dennoch in das Purpur der Herzverbundenheit gefärbt wird.

Fazit:

Eine Sängerin, die auch mit bald 60 noch neue Klangfarben zu entwickeln weiß. Farben, die im kollektiven Bewusstsein sind und nicht verblassen, sondern leuchten.

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