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Mystisch-magische Klangwelten mit Faun

Blitz-Kritik Mystisch-magische Klangwelten mit Faun

Mehrstimmiger Gesang, mittelalterliche Instrumente unterfüttert von sphärischen Synthieklängen und getaucht in passende Farben; so verzückte die Mittelalter-Folkband Faun ihr Publikum im fast ausverkauften Kieler Schloss und entführte es nach „Midgard“.

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Faun im Kieler Schloss.

Quelle: bos: Björn Schaller

Der erste impulsive Eindruck

Kiel. Das muss man der sechsköpfigen Band lassen: Für mehr als zwei Stunden lässt sie das Geschehen draußen vor den bescheidenen Toren des Schlosses vergessen. Die authentisch gewandeten Faun haben ihren Sound gefunden, Gesang, Instrumente wie Bouzouki, Drehleier sowie Drums/Percussion und die „magischen Geräte“ Sampler und Synthesizer sind fest verwoben.

Das Programm/Die Musik

„Midgard“ heißt das Album zur Tour, auf welchem sich Faun in die nordische Mythologie begeben und das Publikum Bekanntschaft mit schwedischen Tänzen, der „Polska“ oder dem Treiben von „Iduna“ macht. Dazu gesellen sich alte Gassenhauer vom Schlage „Walpurgisnacht“ (inklusive Publikumsanimation) oder „Wind und Geige“. Drehleierspieler Stephan Groth, der seinen Instrumentenklang auch schon mal durchs Wah-Wah-Pedal jagt, prägt den Sound der Band, der gesanglich in besten Händen bei Fiona Frewert und Oliver Pade ist. Frewert spielt überdies diverse Flöten und den Dudelsack, hinter den Monitoren verschanzt sich Niel Mitra wie ein irrer Kobold. Die neue Mitsängerin Laura Fella passt stimmlich bestens ins Klangbild und Rüdiger Maul besteht die Vielseitigkeitsprüfung an Rahmentrommel, Conga und sonstigen Trommeln bis zur platzenden Knabbergebäcktüte.

Das Publikum

Die in Leinen und sonstigen Tüchern gewandete Fangemeinde ist verschwindend gering geworden. Faun haben sich in der Mitte der Gesellschaft eingefunden und sorgen dort für helle Begeisterung ob der mittelalterlichen, tanz- und mitsingbaren Songs. Der Bewegungsdrang ist bei vielen sichtbar da, doch nur wenige begeben sich auf freie Flächen, um sich im Lichtermeer der mystischen Klänge zu winden. Zum Schluss stehen dann aber doch alle auf und folgen klatschend dem Rhythmus der bestens eingespielten Musiker.

Was in Erinnerung bleibt

Die Atmosphäre stimmt, das Licht und das Bandoutfit passen zur Musik, die manchmal etwas seicht dahinplätschert, an anderer Stelle jedoch durch das großartige Zusammenspiel die nötige Tiefe schafft, um sich hineinfallen zu lassen in bester Gewissheit, von den sanften Tönen einer Fiona Frewert aufgefangen zu werden.

Fazit

Faun haben sich mit ihren letzten Alben in die Charts gespielt und sind massenkompatibel geworden. Eine Nachfrage ergibt, dass fast die Hälfte des Publikums noch nie bei einem Faun-Konzert gewesen ist. Einige Alt-Fans der Szene dürften sie bei ihrer poppigeren Ausrichtung verloren haben, dafür sind eine Menge neuer Fans dazugekommen. Die Band fühlt sich bei ihrem Tun ganz offensichtlich wohl und die Götter scheinen ihnen wohlgesonnen.

Hier finden Sie Bilder vom Faun-Konzert.

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Von kpb: Kai-Peter Boysen

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