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New Model Army marschieren durchs Max

Blitz-Kritik New Model Army marschieren durchs Max

Nur wenigen Bands gelingt es, ihren alten Elan über 30 Jahre zu erhalten. New Model Army gehören in jedem Fall dazu, wie im proppevollen Max Nachttheater zu hören war, wo die Band durch Songs von ihrem jüngsten Album „Winter“, aber auch ältere, geradezu marschierte.

Der erste Eindruck

Kiel. Vom Support Brother Grimm und seinen dunklen Herzschlägen durch die Finsternis eher melancholisch eingestimmt, wirken New Model Army schon im Opener „R&R“ ungemein frisch und wütend gegen die Zumutungen des „Systems“. Mit letzterem haben New Model Army keinen Frieden geschlossen – der Marsch geht weiter!

Das Programm

Denn „Here Comes The War“, wie es schon im dritten Song heißt. Wir leben in düsteren Zeiten und „Eyes Get Used To Darkness“, so ein weiterer Titel vom jüngsten Album. Kein Grund aber für Sänger Justin Sullivan, die Augen vor dem verbreiteten Weltelend zu verschließen. Vielmehr benennt er, was faul ist im Staate Europa, etwa in „Die Trying“, dass Menschen auf der Flucht, wenn sie nicht im Mittelmeer ertrinken, die einst offene Tür zugeschlagen wird.

Das Programm

... ist mit seinen Recken gealtert, die Punk-Frisur ist ergraut. Aber das ist nur äußerlich, drinnen brennt es weiter so wütend wie einst, wenn auch kein Pogo mehr getanzt wird, wofür es ohnehin zu eng ist im dicht gefüllten MAX.

Was in Erinnerung bleibt

Melancholie und Wut schließen sich nicht aus, das eine bedingt das andere. Fast schon eine Lebensweisheit, die man verschwitzt mit nach Hause nimmt.

Fazit

Tausendmal totgesagt ist es Punk dennoch nicht. Nicht nur, weil New Model Army nie auf diese eine Karte setzten, sondern Punk immer als entwicklungsfähig sahen. Aus dem „Winter“ wird so ein neuer Frühling der angejahrten Revolte.

Hier finden Sie Bilder vom Auftritt im Max.

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