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Prong: Groove-Metal aus Meisterhand

Blitz-Kritik Prong: Groove-Metal aus Meisterhand

In der gut besuchten Pumpe feierte mit Prong eine der dienstältesten Hardcore-/Metal-Kapellen ihre Kiel-Premiere. Das US-Trio legte in puncto Rhythmus und Härte eine fette Performance auf die Bretter und die Setlist ließ von alt („Beg To Differ“) bis neu („Ultimate Authority“) keine Wünsche offen.

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Prong gastierte am Mittwochabend in der Pumpe in Kiel.

Quelle: Jaysen Michael / Secret Playgrou

Der erste, impulsive Eindruck: Großartig, dass Kiel endlich in den Genuss dieser seinerzeit wegweisenden Metalband gekommen ist. Prong schaffen ein vielschichtiges Groovemonster aus Thrashmetal, Industrial, Hardcore und Punk, das sie mit wilder Entschlossenheit auf das Publikum loslassen.

Das Programm/Die Musik: Prong eröffnen das Konzert mit „Ultimate Authority“  von ihrem aktuellen, mittlerweile zehnten Album „X-No Absolutes“ und springen gleich danach mit „Unconditional“ vom Album „Prove You Wrong“ 25 Jahre zurück, was nicht sonderlich auffällt, da die New Yorker Band schon in ihren Anfangstagen als „ihrer Zeit voraus“ galt. Ein Stilmix aus Thrashmetal- und Industrialriffs, ein Schuss Punk unterlegt mit einer Vielzahl rhythmischer Finessen von Discotakt bis Double-Bass-Feuerwerk. Ein brettharter Gitarrensound, der ähnlich drückt wie jede Bassnote, den Reiz und somit den Groove machen die nicht gespielten Noten und Anschläge aus.

Das Publikum: „I`ve seen only two chicks here“, sagt der Bühnentechniker zum Merchandise-Mann, was bedeuten soll, dass das Gros der Zuhörer männlich ist. Der Schnitt liegt klar bei Ü-30, was nicht überrascht, Prong hatten Anfang der Neunziger ihre erfolgreichste Zeit und haben erst vor drei Jahren wieder richtig losgelegt. Auch ein Teil der Kieler Musikerpolizei höheren Härtegrads beäugt interessiert das Geschehen. Die Reaktionen während der Songs sind verhalten, norddeutsch unterkühlt und nach innen euphorisch. Die Band ist leicht irritiert, akzeptiert schlussendlich aber diese Form der Zuneigung, zumal sich sukzessive doch ein kleiner Moshpit gebildet hat.

Fazit: Prong sind zeitlos und haben eine Vielzahl richtig guter tanz- und headbangbarer Songs im Repertoire, was dem Songschreibertalent von Tommy Victor geschuldet ist. Die Band hat sich mit so einem kraftvollen Auftritt unbedingt wieder ins Gespräch gebracht.

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