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Schon eine Art Heimspiel

Blitz-Kritik: Sänger Teesy in der Pumpe Schon eine Art Heimspiel

Teesy alias Toni Mudrack hat eine klasse Gesangsstimme, er kniet sich energiegeladen in jeden seiner Songs rein, kann weit mehr, als anständig rappen und die deutsche Syntax so gekonnt in poppigen Soul verpacken, dass sie darin geschmeidig fließt wie sonst englische Lyrics.

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Teesy alias Toni Mudrack kann weit mehr, als anständig rappen.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Auch die Songs des Berliners haben zumeist internationales Niveau. Allerdings mit der Kehrseite, dass sie bis auf ein paar Ausnahmen wie vor allem das rockige Doppel aus „Nie mehr“ und „Generation Maybe“ doch recht austauschbar und nicht sonderlich originell klingen.

Der erste Eindruck

Die klare Erwartung war: Es wird ein Heimspiel für Teesy, der nach dem Abitur 2010 in Kiel seinen Bachelor in Deutsch und Sport gemacht hat. Und so kommt es dann auch. Schon der Popsänger Lot und seine Band werden für einen Support ungewohnt stark abgefeiert, und Teesy und seiner Combo rollt das Publikum in der Pumpe nicht nur zur Begrüßung akustisch den roten Teppich aus.

Das Programm

Zwei Alben hat Teesy veröffentlicht, „Glücksrezepte“ (2014) und „Wünschdirwas“ (2016), und aus beiden speist sich demzufolge das Programm. Vielleicht auch deshalb ist schon nach rund 80 Minuten das reguläre Set zu Ende. Drei Songs gibt es dann aber als Zugabe.

Das Publikum

In Feierlaune, lässt sich leicht zum beherzten Mitsingen und zum Mitklatschen animieren. Überwiegend jung, überwiegend weiblich. In den Reihen macht Teesy einige bekannte Gesichter aus, zeigt in die Menge auf Jenny, Lukas – „und Dana natürlich“.

Was in Erinnerung bleibt

Die tolle Stimmung im Saal und der coole Gastauftritt des Kieler Rappers Magnus Schewior alias Mag Wolfskin beim Akustikset. Aber bedauerlicherweise auch der Dienst am Götzen Social Media zum Schluss des Konzerts, als die Menge den Refrain der letzten Zugabe „Keine Rosen“ auf Teesys Geheiß danach gleich noch mal möglichst inbrünstig mitsingen soll, damit Videomitschnitt und Fotos davon für wohl beeindruckende, aber unspontane Postings genutzt werden können.

Fazit

Für das Publikum war es augenscheinlich die helle Freude, für den Rezensenten ein Konzert, das den Soul-Fan nur unzureichend zufriedenstellen konnte.

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