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Ester Rada: Heißer Soul-Jazz aus Nahost

Blitz-Kritik Ester Rada: Heißer Soul-Jazz aus Nahost

Immer wieder gut für Entdeckungen ist das Kunstflecken-Festival in Neumünster. Der Name Ester Rada dürfte bisher nur wenigen Eingeweihten ein Begriff sein. Dazu zählen nun 320 Konzertgänger, die in der ausverkauften Werkhalle die aus Äthiopien stammende israelische Sängerin und Songschreiberin erlebten.

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 Ester Rada beim Kunstflecken in Neumünster: Das Konzert versprach eine Menge und hielt sehr vieles.

Quelle: Manuel Weber

Der erste Eindruck

Obwohl das Konzert (auf der Tour übrigens neben Erfurt das einzige in Deutschland) ausverkauft ist, ist da durchaus noch reichlich Luft zwischen den Reihen. Ester Rada betritt nach ihren vier Musikern die Bühne, gehüllt in ein extravagantes Kleid, das die Struktur einer Reptilhaut hat. Schon das erste, satt groovende Stück hat viel von Radas speziellem, infektiösem  Mix aus Ethio-Funk, R&B, Soul, Jazz und Electronica. Ihre Stimme erinnert ein wenig an die von Y’aktoto.

Das Programm

Wer bislang erst ein Album und zwei EPs veröffentlicht hat, verfügt naturgemäß noch nicht über ein sonderlich üppiges Repertoire. 15 Songs spielen sie in den knapp anderthalb Stunden, darunter „Life Happens“ mit diesem schlichten, knackigen, sich tief ins Gedächtnis bohrenden Groove. Herausragend auch die sehr eigene, coole Jazz-Funk-Lesart des brillanten Standards „Feeling Good“.

Das Publikum

Überwiegend schon etwas ältere Semester, denen die Aussicht auf ein Stehkonzert offenbar nichts ausmacht. Ganz im Gegenteil, das Publikum erweist sich als leicht entflammbar, es wird getanzt, mitgesungen und -geklatscht. Und auch als sachkundig, denn die Soli bekommen durchaus unterschiedlich starken und langen, der jeweiligen Qualität angemessenen Applaus.

Was in Erinnerung bleibt

Die meist genial vertrackten Songs, voller Breaks und überraschenden Wendungen. Leider aber auch die Knauserigkeit bei den vehement geforderten Zugaben.

Hier sehen Sie Bilder vom Ester-Rada-Konzert beim Kunstflecken in Neumünster.

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Nur eine einzige gab’s, obwohl das Publikum ausdauernd einen erneuten Nachschlag forderte und obwohl laut Setlist noch eine weitere Zugabe vorgesehen war.

Fazit

Das Konzert versprach eine Menge und hielt sehr vieles. Ester Rada kann locker mit weit bekannteren R&B- und Nu-Soul-Acts mithalten, viele überflügelt sie locker. Allerdings ist die gewollte Sperrigkeit manches ihrer Songs Fluch (Massenappeal) und Segen (Anspruch) zugleich.

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