11 ° / 6 ° Regen

Navigation:
Tony Carey: Große Songs im Kerzenschein

Blitz-Kritik Tony Carey: Große Songs im Kerzenschein

Tony Carey ist den einen durch seinen 80er-Hit „Room With A View“, den anderen als Keyboarder der legendären Ur-Besetzung von (Ritchie Blackmore`s) Rainbow ein Begriff. Am Freitagabend lieferte der große Songwriter in der Räucherei ein wunderbares Kerzenlicht-Konzert.

Voriger Artikel
Böhmermann bis Deichkind: Gewinner beim Preis für Popkultur
Nächster Artikel
Fatih Akins verfilmt Heinz Strunks "Der goldene Handschuh"

Tony Carey in der Räucherei in Kiel.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Der erste Eindruck

Tony Carey solo, das heißt tatsächlich die oft zitierten Gänsehautmomente. So manche Pop- oder Folkballade, die einem noch heute ob des wattierten Achtzigersounds eher unangenehm im Ohr klebt, erwacht hier zu neuem Leben. Zu sanftem Pianosound oder Akustikgitarre entblößt Carey mit gereifter Stimme die Schönheiten seiner Songs.

Das Programm/Die Musik

Tony Carey kann aus dem Vollen schöpfen, hat er doch neben selbst gesungenen Werken auch viele Songs für andere Musiker wie Eric Burdon, Peter Maffay, Chris Norman („Ein toller Sänger – abgesehen von Smokie“) oder Jennifer Rush geschrieben. Fest im Programm ist natürlich sein größter Hit „Room with a View“, Titelmusik des ZDF-Weihnachtsdreiteilers „Wilder Westen inclusive“. Sehr schön gerät seine Version von „Bobby McGee“, Höhepunkte sind „Trampoline“, „Blue Highway“ oder das abschließende „Bedtime Story“, die Carey zwischen Sanftmut und rockigem Kratz gut austariert. Zwischen den Songs hat er immer eine kleine Anekdote parat und spielt auch spontan einige Publikumswünsche.

Das Publikum

Tony Carey hat eine treue Fangemeinde, so sind unter den 110 Zuschauern einige, die mehr als 350 Kilometer auf sich genommen haben, um den Meister solo zu erleben. „Tony, du bist klasse!“, ruft der eine, „Tony everything“ der andere, nach einem Wunschsong befragt. Den sanften Liedern des Amerikaners, der schon lange in Deutschland lebt, folgt das Ü40-Publikum andächtig. „Ihr seid so höflich, danke dafür“, zeigt sich Carey gerührt.

Was in Erinnerung bleibt

Ein guter Song ist ein guter Song – und von denen hat Tony Carey so einige. Reif an Jahren und Stimme, mit der Gelassenheit eines Veteranen des harten Musikgeschäfts und neuer Energie nach überstandener Krebserkrankung macht Tony Carey, der in besten Momenten an Neil Young erinnert, den Abend zu einem Hörgenuss.

Fazit

Tony Carey ist live unbedingt zu empfehlen. Vergeblich hat vielleicht manch einer auf Rainbow-Songs gewartet, doch dafür war es das falsche Konzert. Zu Kerzenlicht rockt man eben nicht. kpb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3