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Donnernder Abschied bei Manowar

Blitz-Kritik Donnernder Abschied bei Manowar

Vor geschätzten 4500 Zuschauern in der Sparkassen-Arena in Kiel schlug die amerikanische „True-Metal“-Band Manowar eine weitere Schlacht auf ihrer „Final Battle“-Tour. Lautstärke, Bombast und Macho-Attitüde prägten die Show mit Klassikern aus fast 40 Jahren Bandgeschichte.

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Manowar traten am Sonntag in Kiel auf.

Quelle: Sebastian Konopka

Der erste Eindruck

Kiel. Trotz großer Distanz zur Bühne und dem Soundsystem ist die Lautstärke immens – und die Sicht auf die Protagonisten eher bescheiden, denn die Videowand wird erst später aktiviert; projizierte Bilder der Band folgen gar erst gegen Mitte der Show.

Das Programm

„Die größten Hits“ aus fast 40 Jahren Bandgeschichte waren zugesichert und Manowar halten dieses Versprechen. Neben „Warriors Of The World United“, „Herz aus Stahl“ oder „Kings Of Metal“ sind auch seltene Songs wie „Mountains“ oder das mystische „Spirit Horse Of The Cherokee“ im Programm. Manowar sind die selbst ernannten Propheten des „wahren“ Metal und legen diesem quasi ihre eigene Definition zugrunde. Lautstärke, sehr harter Sound (selbst der Bass klingt wie eine Gitarre), überschaubar strukturierte, hymnische Songs mit virtuosen Soloeinlagen sowie kampfeslustige Texte, von Eric Adams mit wirklich beeindruckender Stimme vorgetragen. Das Testosteron schwappt über den Bühnenrand, wenn „Kill With Power“ oder der Titelsong des Debüts „Battle Hymn„ mit martialischen Posen vorgetragen werden. Die Ticketpreise (90 bzw. 100 Euro) sind eher nicht auf Teilhabe ausgerichtet, dafür sind die Texte niedrigschwellig geprägt von Begriffen wie „Fire“, „Steel“, „Horse“, „Blood“ und natürlich „Metal“. Live-Abschluss ist das fulminante „Black Wind, Fire And Steel“, doch die meisten bleiben dann noch, um gemeinsam das vom Band ertönende „The Crown And The Ring“ mitzusingen.

Das Publikum

Manowar lassen keine externen Fotografen zu und verwenden nur Bildmaterial ihres eigenen Personals. Vermutlich, weil die die Herren auch  nicht jünger werden, und das gilt auch für ihr überwiegend männliches Publikum. Da sind etliche seit 37 Jahren treu an der Seite der Krieger unterwegs, feiern jeden Song, zeigen vereint den Manowar-Hammergruß, bei dem die linke Hand das Handgelenk der zur Faust geballten rechten Hand umschließt. Jeder scheint einen Lieblingssong von Manowar zu haben, der eine schüttelt den Kopf zu „Battle Hymn“, die andere springt bei „Warriors Of The World United“ auf, wieder andere ballen die Fäuste und brüllen bei „Fighting The World“ mit.

Was in Erinnerung bleibt

Der Begriff „rocken“ wird gelegentlich im unpassenden Kontext verwendet, im Falle Manowar trifft er zu. Laut, hart und bisweilen auch schnell prügelt der US-Vierer sehr eingängige Schwermetallsongs in die Halle; die Setlist lässt keine Wünsche offen.

Fazit

Manowar sind einzigartig; ihre Imagepflege als Bewahrer der reinen Metal-Lehre hat durchaus seine peinlichen Momente, aber die Herren ziehen ihr Ding durch. Das Konzert ist ein echtes Spektakel, diese Mischung aus Metal, nordischer Mythologie, maskulinem Gehabe und Wagnerschem Bombast ist auf einer Bühne sehr gut aufgehoben und jeder, der ein Herz für Metal hat, findet darin auch Platz für Manowar.

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Ein Artikel von
Kai-Peter Boysen

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