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Punkrock 2.0 hört auf den Namen Turbostaat

Blitzkritik Punkrock 2.0 hört auf den Namen Turbostaat

Sie haben sich in den vergangenen Jahren zu einer der angesagtesten deutschen Bands entwickelt, nun kam auch die Pumpe in Kiel vor ausverkauftem Haus in ihren Genuss. Die Husumer Jungs von Turbostaat stellten am Samstagabend ihr aktuelles Album Abalonia vor und brachten den Saal zum Kochen.

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Turbostaat brachten die Pumpe in Kiel zum Brodeln.

Quelle: Björn Schaller

Erster Eindruck

Kiel. Schnöder Punkrock mit wenigen Gitarren-Akkorden war gestern, Turbostaat verkörpern seit einigen Jahren eine neue Generation des Genres. Die Texte aus der Feder von Marten Ebsen sind zum Teil edle Perlen, die zudem durch den inbrünstigen Vortrag von Sänger Jan Windmeier eine ganz besondere Pracht wie Wucht entwickeln.    

Programm und Musik

Nach vorne peitschende Stromgitarren von Roland Santos und Ebsen, ein Schlagzeuger Peter Carstens voller Adrenalin, Bassist Tobert Knopp stets am Anschlag und  Windmeier mit Sprechgesang samt Shouting-Note legen los, als würde es kein Morgen geben. Der Opener Ruperts Grün aus dem neuen Album öffnet die Tür in ein Punk-Märchen und tüncht die Atmosphäre gleich in ein etwas düsteres Ambiente. Am Ende stehen zwei herbeigejubelte Zugabe-Blöcke. Dabei enden die Künstler mit einer Hommage an Kiel und Songs aus ihrem ersten Album Flamingo, das sie in der Landeshauptstadt aufgenommen haben: Drei Ecken – ein Elvers sowie 18.09 Uhr. Mist, verlaufen.   

Publikum

Auch anhand der Kleiderfrage ist zu sehen, wie die Besucherschar sich musikalisch zusammengesetzt hat: An erster Stelle stehen natürlich Turbostaat-Shirts, zu sehen sind aber auch Hallo Kwitten, Turbonegro, The Baboon Show, Billy Talent, Dropkick Murphys, Bad Religion und Billy Idol. Ansonsten gilt: Die Band spielt ein leidenschaftliches Set, und die Fans danken es mit frenetischer Begeisterung inklusive kontinuierlichem Stage-Diving.

Was in Erinnerung bleibt

Es bleibt kaum Zeit zum Luftholen, ein Titel nach dem anderen wird ohne Zwischenpausen abgespult, und doch entwickeln die Stücke nie Fließband-Beliebigkeit.  

Fazit

Das Quintett versteht es aufs Allerfeinste, kleine Jugendzentren, mittlere Konzerthallen und  große Bühnen zu bespielen. Nach solchen Auftritten wie in Kiel dürfte die Fangemeinde weiter wachsen.
   

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