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„Die Leute dort lieben die Dinge, die ich liebe“

Interview mit Andrew Roachford „Die Leute dort lieben die Dinge, die ich liebe“

Seit seinem Debütalbum „Roachford“ (1988) bürgt Andrew Roachford für hohe Qualität, doch leider war ihm nicht immer der verdiente kommerzielle Erfolg vergönnt. Am 1. April hat der 51-jährige Brite ein Album mit Coverversionen veröffentlicht, von denen er einige im Bordesholmer Savoy vorstellt.

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Kommt mit einem „tollen Gefühl“ wieder in den Norden: Andrew Roachford.

Quelle: Brad Inglis

Bordesholm. Sie haben für ihr brandneues Album den Titel „Encore“ gewählt. Heißt es deshalb „Zugabe“, weil Sie einige dieser Songs schon mal als Zugabe gespielt haben?

Genau, und so ist auch das Album entstanden. Mein Manager meinte: Die Stücke kommen bei Konzerten so gut an, warum packen wir sie nicht auf ein Album? Erst habe ich nur vier, fünf aufgenommen, dann wurden es noch mehr, irgendwann war’s ein ganzes Album.

Haben Sie die denn alle schon schon mal live gespielt?

Ein paar davon. Aber als ich das Album gemacht habe, waren da einfach noch ein paar andere Tracks, von denen ich gern eigene Versionen machen wollte.

Ich habe folgendes Zitat von Ihnen gefunden: „Dieses Album enthält einige von jenen Songs, die mich im Laufe der Jahre als Performer angespornt und dazu beigetragen haben, dass ich selbst bemüht bin, jede Show zu einem magischen Ereignis zu machen.“ Welche Art von Ansporn meinen Sie? Die reine Qualität der Songs?

 Mehr als das. Der erste Track, Family Affair von Sly & The Family Stone, den hatte meine Mutter mal als Platte für mich gekauft. Das Gefühl, als ich die damals das erste Mal aufgelegt habe, hat mich fast umgehauen. Wenn ich John Lennon Imagine oder David Gray This Years Love interpretieren höre, auch Paul Weller You Do Something To Me – wie sie dich damit in ihren Bann ziehen, das ist einfach großartig. Das hat mich inspiriert, es ihnen gleich zu tun.

Es sind zum Teil große Fußstapfen, in die Sie da treten. Wie groß war der Respekt?

Große Fußstapfen, größer als meine. Die Tracks sind perfekt, man kann sie nicht besser machen. Ich wollte sie nur auf meine Weise interpretieren.

Meistens haben Sie den Stil, die Arrangements der Songs verändert. Aus der Rockballade „Under The Bridge“ von den Red Hot Chili Peppers etwa haben Sie ein transparentes Stück voller Soul gemacht, bei Simply Reds „Holding Back The Years“ haben sie den eher verborgenen Jazz-Charakter herausgearbeitet, beim Paul-Weller-Song die Piano-Parts betont. Nach welchen Kriterien sind Sie hier vorgegangen?

Als Songwriter gibt es manchmal mehrere verschiedene Gründe, die dich dazu bringen, einen Song zu schreiben, und manche sind einem auch gar nicht unbedingt bewusst. Oder man ist irgendwo auf halbem Weg stehengeblieben. Da kann man auf die Suche gehen.

Bill Withers’ Song „Grandma’s Hands“ lassen Sie hingegen nahezu unangetastet. Weil das Original nahezu perfekt ist?

Wie die anderen Versionen wollte ich auch diesen so machen, wie ich den Song empfinde. Und einer jüngeren Generation stelle ich vielleicht einen brillanten Song vor, die das hört und sich dann das Original besorgt.

„Family Affair“ klingt für mich allerdings um einiges polierter als das Original.

Es sollte anders klingen als das Original, das war mein Ansatz, damit die Leute eine andere Einstellung zu den Songs gewinnen. Family Affair klingt immer noch grobkörnig, aber die Aufnahmetechnik ist halt moderner als damals.

Einen Song auf dem Album haben Sie selbst geschrieben, „Having You Around“. Ein schönes Southern-Soul-Stück, das sich sehr organisch einfügt, was für seine Qualität spricht.

Während ich das Album gemacht habe, habe ich ständig an Songs geschrieben. Als ich Having You Around fertig hatte, dachte ich, das er tatsächlich gut zu den anderen passt, da haben Sie recht. Das Album sollte wie aus einem Guss ein.

Einmal mehr kommen Sie mit ihrer Band für ein Konzert ins Bordesholmer Savoy. Was macht diesen Ort für Sie so anziehend?

Die Leute, die dorthin kommen. Es ist solch ein Privileg, Musik zu machen und davon leben zu können, und dass die Leute es zu schätzen wissen, was du da machst. Die Leute dort lieben die Dinge, die ich liebe, und wir teilen das eine bestimmte Zeit. Ein tolles Gefühl. Warum sollte man also nicht dahin zurückkehren, wo man ein tolles Gefühl hatte?

Werden Sie dort das ganze Album spielen?

Das weiß ich noch nicht. Wenn ich auf die Bühne gehe, werde ich wissen, was ich mache.

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