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Brahms wächst und gedeiht

Universität Kiel Brahms wächst und gedeiht

Erfreulicher Zuwachs in der Bibliothek der Johannes-Brahms-Gesamtausgabe (JBG): Die Forschungsstelle am Musikwissenschaftlichen Institut der Kieler Universität hat jüngst den wertvollen Nachlass von Wilhelm Voß (1934-2001) angekauft.

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Ute Haase-Voß (hier mit Dr. Michael Struck) weiß die Notensammlung ihres 2001 verstorbenen Mannes Wilhelm Voß nun bei der Kieler Brahms-Gesamtausgabe in besten Händen.

Quelle: Macintosh

Kiel. Der Sammler, der eigentlich in der Finanzverwaltung des Rendsburger Krankenhauses tätig war, hatte Früh- und Erstdrucke von Brahms-Werken, aber auch aufschlussreiche Ausgaben von zeitgenössischen Kleinmeistern und nicht zuletzt von Robert Schumann bewahrt.

 Der Musikwissenschaftler Dr. Michael Struck freut sich, dass die von Voß’ Witwe Ute Haase-Voß übergebenen Bände nun gänzlich und im Original der Forschung zugute kommen können: „Wilhelm Voß war uns hier längst als enorm begeisterungsfähiger Brahms-Fan bekannt.“ Von der Kollegin Dr. Katrin Eich war seine Sammlung noch zu Lebzeiten genau gesichtet worden. Voß, der - neben seiner zweiten Liebe Liszt - über das d-Moll-Klavierkonzert und das Deutsche Requiem zu Brahms gefunden hatte, war regelmäßig nach Dienstschluss am Freitag Nachmittag in der Forschungsstelle vorzufinden gewesen.

Auch die dort entstehende „Neue Ausgabe sämtlicher Werke“ von Johannes Brahms wächst zusehends. Rolf Fischer, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium Schleswig-Holstein, werden weitere, im Henle Verlag München gedruckte Bände übergeben. Der englische Spezialist Robert Pascall legt nach der 1884/85 komponierten 4. Symphonie nun auch die Studienversion für das Klavier in editorisch verbesserter Fassung vor. Brahms’ eigene oder eigenhändig überwachte Klavierbearbeitungen seiner Symphonien, Serenaden und Ouvertüren sind greifbar, einst gedacht, „den Konzertsaal ins Wohnzimmer zu holen“, so Struck. Auch Brahms’ anspruchsvolle Arrangements der Werke von Freunden wie Joseph Joachim oder Robert Schumann ( Klavierquartett op. 47) könnte man sich jetzt am Klavier vierhändig erobern - theoretisch ganz ohne falsche Noten.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion