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Video mit Sogwirkung

Brandenburgische Künstler im Kieler Atelierhaus Video mit Sogwirkung

Bunte Polsterelemente hängen in Mondrian-Formation an der Wand, eine spitznasige Muttergottes balanciert auf antiker Kommode: Der Kunstverein Haus 8 hat interessante Gäste.

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Heinz B. Dreckmann schuf die Löffel-Installation, hinten die Juroren Tamer Serbay und Rainer Gröschl im Atelierhaus.

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Mitglieder des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstler (BVBK) zeigen in einer jurierten Ausstellung ihre Arbeiten. Tamer Serbay und Rainer Gröschl haben von 47 Bewerbungen 18 ausgewählt und eine höchst sehenswerte, facettenreiche Schau zusammengestellt.

 Den luftigen Auftakt markieren im Eingangsbereich zarte Miniaturen in Mischtechnik, „Tagebuchaufzeichnungen“ einer Istanbul-Stipendiatin. In der Halle harmonieren Objekte mit Grafiken und Bildern, von denen letztere erstaunlich knapp vertreten sind. Nach Fotografien entstehen die großformatigen Gemälde von Sabine Drasen, die ein reizvolles Spiel mit der Unschärfe spielt; durch Papierschichtungen verleiht Karsten Kelsch einer abstrakten Komposition den unverhofften Eindruck von Dreidimensionalität. Mit impressionistisch anmutenden Landschaftszeichnungen, die durch konsequente Strichführung das strukturelle Moment betonen, setzt Marion Angulanza eindrucksvolle grafische Akzent, ähnlich wie E. Doelle, die mit einer kleinformatigen Serie beweist, wie spannend vertikale Linien sein können. Bewegte Bilder kommen von Anna Werkmeister. Aufnahmen eines Ventilators mit Windantrieb hat sie am Computer bearbeitet und zu einem Video mit Sogwirkung zusammengestellt.

 Poetische Anmutung trägt ein zum Kleid geordnetes Objekt aus transparenten Trinkhalmen, das in neongrünem Licht erstrahlt. „Greensleeves“ heißt die duftige Arbeit nach dem englischen Volkslied, mit der Gudrun Fischer-Bomert auf Plastikmüll verweist und gleichzeitig „dem romantischen Gedanken von etwas Verlorenem“ nachhängt. Andere Hingucker sind etwa eine Holzskulptur, in sich Figuren auf einem exotischen Bettvorleger zu einem bizarren Turm stapeln, oder ein schimmerndes Objekt aus seriell aneinandergereihten Vorhängeschlössern, die einen metallisch glänzenden Kreis bilden.

 „Qualität war das oberste Auswahlkriterium“, so die Kuratoren, die sich schon auf den Gegenbesuch freuen. Im Herbst werden sich die Mitglieder vom Kunstverein Haus 8 mit ihren Arbeiten einer Jury des BVBK in Potsdam stellen.

Haus 8, Heiligendammer Str. 15. Eröffnung Freitag, 18 Uhr. Bis 10. April Do + Fr 15-18 Uhr, Sa + So 14-18 Uhr

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