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Buddenbrookhaus zeigt Briefe von Heinrich Mann

Lübeck Buddenbrookhaus zeigt Briefe von Heinrich Mann

Vor gut einem Jahr hat das Lübecker Buddenbrookhaus rund 400 Schriftstücke aus dem Nachlass des Schriftstellers Heinrich Mann (1871-1950) erworben. Einen Teil dieser Dokumente zeigt das Literaturhaus in einer Ausstellung mit dem Titel „Hand/Werk“, die von Sonnabend an im Buddenbrookhaus zu sehen ist.

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Briefe von Heinrich Mann sind im Buddenbrookhaus zu sehen.

Quelle: Museen Lübeck hfr

Lübeck. Zu den 41 Exponaten gehören neben Liebesbriefen, Feriengrüßen und Textentwürfen Heinrich Manns auch Briefe des Dramatikers Arthur Schnitzler (1862-1931)und des Malers Max Oppenheimer (1885-1954). Zur Eröffnung wird auch Heinrich Manns Enkel Jindrich erwartet.

Die Ausstellung, die bis zum 1. Mai zu sehen ist, bietet nicht nur einen Einblick in die Gedankenwelt Heinrich Manns, sondern auch in seine Arbeitsweise. „Er hat jedes Stück Papier beschrieben, das er gerade zur Hand hatte. Das konnten gebrauchte Briefumschläge sein oder die Rückseiten von Briefen, die er erhalten hatte“, sagte Dittmann. Analog dazu sind auch die drehbaren Erläuterungstafeln neben den Vitrinen beidseitig beschriftet. Auf der Vorderseite stehen allgemeine Hinweise, auf der Rückseite wird der Inhalt der gezeigten Schriftstücke wiedergegeben.

Präsentiert werden unter anderem Briefe und Postkarten Manns an seine Mutter, seine Verlobte Inés Schmied und seine erste Ehefrau Maria Kanová, seinen Bruder Thomas sowie an bedeutende Künstler seiner Zeit wie den österreichischen Dramatiker Schnitzler und den Maler Oppenheimer, der Heinrich Mann mehrfach porträtiert hat.

Zu den Raritäten gehört neben einem Entwurf für das völlig unbekannte Drama „Wolters und Walters“ auch der Entwurf eines Briefes an den Bruder und Literaturnobelpreisträger Thomas Mann am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Darin schreibt Heinrich: „Aber die Psychose, die hiermit nun vielleicht (…) mit Tobsucht endet, habe ich in ihren Anfängen gesehen. Die Anderen werden sie sehen, wenn der Anfall vorüber ist.“ In seinem 1914 fertiggestellten Roman „Der Untertan“ hatte Heinrich Mann die Wilhelminische Epoche kritisiert und vor dem Ausbruch des Weltkrieges gewarnt.

Insgesamt 436 Schriftstücke umfasst das Konvolut, das jahrzehntelang auf einem Dachboden schlummerte, bevor sich Manns Enkel Jindrich und Ludvik Mann-A?kenazy entschlossen, es zu verkaufen. Im Februar 2015 erwarb das Buddenbrookhaus die Dokumente für sein Heinrich-und-Thomas-Mann-Archiv.

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