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15 Millionen für Erweiterung von Schloss Gottorf

Haushaltsausschuss des Bundestagstags 15 Millionen für Erweiterung von Schloss Gottorf

Was seit zwei Jahren als kühne Vision für eine neue Mitte auf der Gottorfer Schlossinsel galt, wird absehbar Realität. Am Ostflügel des Schlosses soll ein spektakulärer Anbau die Landesmuseen für die Zukunft aufwerten.

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Das Schloss Gottorf wird in Millionenhöhe vom Bund gefördert.

Quelle: Skizze/Masterplan

Berlin/Schleswig. Dieser Neubau ist ein Kernbestandteil des „Masterplanes Gottorf“, der nach vielen Bemühungen nun auch finanziert ist: Jeweils 15,6 Millionen Euro kommen von Bund und Land.

 Gestern hat der Haushaltsausschuss des Bundestages in seiner Bereinigungssitzung die Förderung beschlossen. „Ein Paukenschlag für die Kulturlandschaft im Norden“, formulierten die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Norbert Brackmann (CDU), die sich in Berlin für diesen gewichtigen Posten stark gemacht hatten. Bei der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen wurde diese Einschätzung allemal geteilt: Man schwebte auf Wolke 7. Vorausgegangen war der Initiative im Sommer ein ausführlicher Ortstermin auf der Schlossinsel.

 Der markante Stahl-Glas-Anbau, geplant von dem renommierten Architekturbüro Holzer Kobler (Berlin, Zürich) soll als zentrales Eingangs- und Veranstaltungsgebäude das historische Schloss an seinem bis dato wenig attraktiven Ostflügel ergänzen. Er soll die zentrale Kasse und alle wichtigen Servicebereiche vereinen, dazu kommen ein zusätzlicher Ausstellungsraum, ein Cafe/Restaurant und in einem neu entstehenden, überdachten Atrium eine großzügige Veranstaltungsfläche. Der kühne Neubau soll zugleich neue Wege durch die Ausstellungen im Schloss eröffnen, die im Masterplan modernisiert, gründlich neu konzipiert und „sortiert“ werden.

 Dieser Masterplan wird bereits seit Jahren auf Basis von Besucherbefragungen vorbereitet. In einem Wettbewerb wurde dafür das Büro Holzer Kobler als Partner ermittelt. Anfang 2017 soll die Vorentwurfsplanung abgeschlossen sein. Da jetzt das Geld bereit steht, kann dann sogleich mit der Umsetzungsplanung begonnen werden, waren gestern Prof. Claus von Carnap-Bornheim als Leitender Direktor und Guido Wendt als kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen überglücklich. Kulturministerin Anke Spoorendonk freute sich über die aktuelle Entwicklung: „Damit wird nun – vorzeitiger als gedacht – ein moderner Anbau für Schloss Gottorf ermöglicht. Der Bund hilft mit, dass wir unsere Landesmuseen in Schleswig moderner sowie barrierefreier und damit attraktiver für die Besucherinnen und Besucher gestalten können.“ Spoorendonk bedankte sich ausdrücklich bei den beiden Bundestagsabgeordneten für ihren parteiübergreifenden Einsatz in dieser Sache.

 Insgesamt kostet die Umsetzung des Gottorfer Masterplans 31,2 Millionen Euro. Das Land steuert aus dem Impuls-Programm ebenfalls 15,6 Millionen Euro bei. Der Bau, hieß es gestern aus dem Kulturministerium, ist von 2018 bis 2020 geplant. Bisher war schon von einer Streckung der Maßnahmen bis zum Jahr 2025 die Rede. Zumal innerhalb der Stiftung ab 2017 auch noch das Eingangs- und Ausstellungsgebäude für das Landesmuseum für Volkskunde in Molfsee für rund zehn Millionen Euro realisiert wird.

 Der Haushaltsausschuss gab am Freitag ebenfalls 2,5 Millionen Euro für die Sanierung der historischen Lübecker Synagoge frei, die vom Land darüber hinaus mit 1,2 Millionen Euro gefördert wird.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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