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Rhythmusboys und Haudegen

Rathausbühne und Musikzelt zur Kieler Woche Rhythmusboys und Haudegen

Im Laufe der Jahre hat sich die Rathausbühne, von der Stadt Kiel betrieben, immer mehr musikalisch zu einer Adresse entwickelt, die einen Besuch zur Kieler Woche unbedingt lohnt. Das ist diesmal nicht anders.

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Ulrich Tukur, singender Schauspieler, und seine drei virtuosen Rhythmusboys bieten charmant-schrulliges Musiktheater.

Quelle: Hanseatische Konzertdirektion

Kiel. Die Besucher erwartet ein bunter Mix aus Stars, Geheimtipps, Cover-Bands und dem sicheren Publikumsmagneten „Classic-Open-Air“. Die andere städtische Bühne mit freiem Eintritt, das Musikzelt auf der Reventlouwiese an der Kiellinie, setzt traditionell und auch diesmal wieder überwiegend auf Partystimmung.

 „Let’s misbehave“ lautet aktuell das Motto bei Ulrich Tukur & die Rhythmusboys (18. Juni, 19.45 Uhr, Rathausbühne). Das ist nicht nur Titel eines der vorgetragenen Songs, dem schon von so vielen interpretierten Cole-Porter-Klassiker. Es ist auch eine gute Beschreibung für das charmant-schrullige, selbstironische Musiktheater des singenden Schauspielers und seiner der drei virtuosen Komplizen, die im vergangenen Jahr 20-jähriges Band-Jubliäum gefeiert haben.

 Zwei Bands finden sich im Programm, die in ihren geografischen Breiten Superstar-Status haben, aber bei uns noch nahezu unbeschriebene Blätter sind. Prime Circle (17. Juni, 20 Uhr, Rathausbühne) gelten als die populärste Rockband Südafrikas. Das vor 16 Jahren gegründete Quintett baut seinen Erfolg auf ein Fundament aus eingängigem, hymnischem, voluminösem Rock von internationalem Format. Das ist was für Fans von Coldplay, 3 Doors Down oder Bush. Locker internationalen Ansprüchen gerecht werden auch Who Killed Bruce Lee, als „erfolgreichste Band des Nahen Ostens“ angekündigt – noch ein Geheimtipp. Die libanesische Garage-Rock-Band, ins Leben gerufen 2009, hat im Februar per Crowfunding ihr Debüt-Album Distant Rendezvous veröffentlicht, produziert in Berlin von Victor Van Vugt, der schon für Depeche Mode, Nick Cave und P.J. Harvey gearbeitet hat.

 Funk und Soul haben sich drei Acts auf die Fahne geschrieben. Diesmal unter dem Motto „Soul meets Classic“ singt Max Mutzke beim Open-Air (24. Juni, 20 Uhr), begleitet vom Philharmonischen Orchester Kiel unter GMD Georg Fritzsch. Gleich mit seinem Debütalbum und der Single Can’t Wait Until Tonight enterte Mutzke 2005 die Spitzen der Charts, seine jüngste CD heißt schlicht Max (2015). Heavytones (22. Juni, 20 Uhr) fungierten bei Stefan Raabs verblichener Fernsehshow „TV Total“ als Studioband. Ihr aktuelles Album trägt daher nicht von ungefähr den Titel Songs That Don’t Make It To The Show. Darauf hat die Band aus lauter versierten Könnern überwiegend Eigenkompositionen versammelt, von ansteckenden Funk-Grooves über poppigen Soul bis zu aufgekratztem Jazz. „Feel the Groove“ empfehlen Mr. Big Fat Mad Moose & The Soulfamily 25. Juni, 22 Uhr) auf ihrer Homepage. Die Bigband interpretiert Klassiker des Soul und hat es in 27 Jahren auf fast 600 Konzerte gebracht.

 Bela B (23. Juni, 20 Uhr) ist nicht nur als Drummer der Band Die Ärzte ein Star, sondern praktiziert als Sänger und Gitarrist erfolgreich auf eigenes Rezept. Alle seine drei Soloalben landeten in den Top 5 der Charts, auf dem jüngsten namens Bye wird Bela B von der Rockabilly-Country-Band Smokestack Lightnin’ begleitet. Aus Bad Oldesloe stammt die Pop-Band Jeden Tag Silvester (22. Juni, 22.30 Uhr), die mit dem Lied Dein Glück Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ vertraten und den zehnten Platz belegten. Einige Songs auf ihrem Debütalbum hat die Band zusammen mit Johannes Oerding verfasst. Eine feste Größe im Programm der Rathausbühne ist die Kieler-Woche-Blues-Nacht (20. Juni, 20 Uhr). Zur fünften Ausgabe versammeln sich Jessy Martens, Abi Wallenstein, Crazy Hambones, Roberto Morbioli & Morblus sowie Georg Schroeter und Marc Breitfelder.

 Das Rock-Duo Haudegen (23. Juni, 21 Uhr) zählt zu den Top-Acts im Kieler-Woche-Musikzelt. Den beiden Ost-Berliner Sängern Hagen Stoll und Sven Gillert – tätowiert, von stämmiger Statur und mit rauer Stimme ausgestattet – gelang mit allen drei bisherigen Alben Top-Ten-Einstiege, im vergangenen Jahr Platz Zwei mit Lichtblick. Einen Besuch lohnen dürfte auch der „Jägermeister Musikzirkus“ (18. Juni, 21 Uhr), prominent besetzt mit der deutschen Indie-Rockband Donots, Das Bo Soundsystem und nicht genauer benannten Special Guests. Falling Hard heißt das Debüt-Album der jungen Göttinger Alternative-Rock-Band Kyles Tolone (24. Juni, 20 Uhr) – der Titelsong ist ein dynamisches Stück mit einer Menge Power. Vielversprechend! Für Lokal- und Regionalkolorit sorgen im Musikzelt Tears for Beers (20. Juni, 20 Uhr), Illegal 2001 (22. Juni, 21 Uhr) und die Partyband Tiffany (25. Juni, 21 Uhr).

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