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Der Raum zwischen den Noten

Cæcilie Norby und Lars Danielsson Der Raum zwischen den Noten

Die Sängerin Cæcilie Norby und ihr Mann Lars Danielsson zählen seit Langem zur Familie von Jazz Baltica und waren in Salzau wie in Niendorf schon oft zusammen zu erleben. Nun kommen sie nach Kiel.

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Nicht nur künstlerisch ein Paar: die dänische Sängerin Caecilie Norby und der schwedische Bassist Lars Danielsson

Quelle: ACT / Gregor Hohenberg

Kiel. Stets gab es bei ihren Auftritten auch musikalisch intime Momente, in denen die Dänin nur zum gezupften Bass oder Cello des Schweden sang. Dass diese oft zu den eindrucksvollsten der gemeinsamen Auftritte zählten, bestätigten dem Paar nicht nur hiesige Fans. „In den vergangenen zehn, zwölf Jahren haben wir immer wieder einmal auch reine Duo-Konzerte gespielt“, berichtet Norby. „Oft kamen die Zuschauer danach zu uns und haben gefragt, ob wir nicht eine CD in dieser Besetzung hätten.“ Vor diesem Hintergrund begann sich das Ehepaar vor vier Jahren mit dem Gedanken einer solchen Aufnahme auseinanderzusetzen und spielte sein neues Album Just The Two Of Us (Act) nun tatsächlich allein zu zweit ein. „Wir haben es zu Hause in unserem eigenen Studio aufgenommen und waren im besten Sinne des Wortes isoliert“, erinnert sich die Sängerin. „Nur ein Techniker war noch dabei. Es war für uns alle ein Riesenspaß.“

 Dass der Titel des Werks den durch den Smooth-Jazzer Groover Washington bekannt gewordenen R&B-Song Just The Two Of Us in Erinnerung ruft, ist eine eher zufällige Pointe am Rande. Sie hätten damit einfach das Konzept des Projekts auf den Punkt bringen wollen, berichtet Norby. Dementsprechend sucht man den 80er-Jahre-Hit auf der CD auch vergeblich und trifft stattdessen vor allem auf kammermusikalisch arrangierte Originals und ein paar Stücke aus der Feder von Songwriter-Größen wie Joni Mitchell oder Leonard Cohen. Norby und Danielsson verzichten darauf, das reduzierte Format durch Overdubs oder volltönende Instrumente zu erweitern. Stattdessen setzen sie ganz auf die Kraft von Stimme, Saiten und Perkussion. „Alles sollte so nackt wie möglich klingen“, erklärt die Sängerin das Konzept des Albums. „Lars ist zum Beispiel auch ein toller Klavierspieler, aber wir haben uns bewusst dagegen entschieden, ein Instrument dieses Kalibers einzusetzen.“

 Dementsprechend geht es auf Just The Two Of Us nicht nur um die Noten, sondern angenehm hörbar auch um den Raum dazwischen. „Die Stille stellt einen wichtigen Aspekt der Musik dar. Wenn man jünger ist, begreift man das noch nicht so leicht“, konstatiert Norby. „Aber je mehr Erfahrungen man sammelt, desto mehr wird einem als Musiker klar, dass es manchmal auch reichen kann, wenn nur eine Note gut gespielt wird.“ Tatsächlich also können die Gäste beim Konzert des Paares im Kulturforum in gewisser Weise auch ein Trio willkommen heißen: „Auf der Bühne sind dann Lars, ich und die Stille.“

 Konzert am Mittwoch, 16. Dezember, 20 Uhr, Kulturforum (Andreas-Gayk-Str. 31).

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