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Ins Herz der Finsternis

Jensens Kriegsroman Ins Herz der Finsternis

Mit dem Buch "Wir Ertrunkenen" über die Seeleute seiner Heimatinsel Aero wurde Carsten Jensen bekannt. Im neuen Roman "Der erste Stein" berichtet er vom Einsatz dänischer Soldaten in Afghanistan - mit Anklängen an "Apocalypse Now".

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Carsten Jensen schreibt über den modernen Krieg.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Für die einen ist es ein Abenteuer, in das sie mit glänzender Ausrüstung ziehen, für die anderen eine Arbeit, sachlich, funktional – Beförderungen und Pension inklusive. 27 Soldaten versammelt Carsten Jensen in seinem desillusionierenden Kriegsroman "Der erste Stein" im Kriegscamp in Afghanistan um den schillernden Oberleutnant Rasmus Schrøder, der in einem früheren Leben Videospiele entwickelt hat und in Afghanistan zur Zentralfigur wird in einer Spirale der Gewalt.

Immer wieder ist der dänische Bestseller-Autor, der vehement gegen den dänischen UNO-Einsatz protestiert, nach Afghanistan gereist, hat mit den dänischen Soldaten im Lager in der Provinz Helmand gelebt. „Von Dänemark und Deutschland aus“, sagt er auf der Leipziger Buchmesse im Gespräch mit seinem Übersetzer Ulrich Sonnenberg, „sieht das Ganze aus wie ein Krieg zwischen Gut und Böse. Aber wenn man näher hinschaut, erkennt man, dass die Taliban tief verwurzelt sind in der afghanischen Kultur.“

Im Breitwandformat breitet der 65-Jährige die Bilder aus, taucht tief ins Herz der Finsternis und zeichnet den Krieg von Heute, mit seinen Drohnen und dem Computerspiel-Gefühl, wenn Soldaten 10.000 Kilometer entfernt vom Schauplatz über Tod oder Leben entscheiden. „Der moderne Krieg ist anders“, sagt der Autor, „die Soldaten des 21. Jahrhunderts sind im Westen allesamt Berufssoldaten. Ihre Entscheidung ist keine patriotische, sondern eine individuelle, eher ein Akt der Selbstfindung.“

Carsten Jensen: Der erste Stein. Roman. Knaus Verlag, 640 Seiten, 26 Euro

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