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SHMF-Intendant setzt 2017 auf Lübeck – und Kiel

Christian Kuhnt zur Situation der Konzertsäle SHMF-Intendant setzt 2017 auf Lübeck – und Kiel

Am Donnerstag entscheidet Lübecks Bürgerschaft über die Sanierung des Konzertsaales der MuK. Dazu, wie auch zu Perspektiven des sanierungsbedürftigen Konzertsaales im Kieler Schloss, Fragen an SHMF-Intendant Christian Kuhnt.

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Christian Kuhnt (49) ist seit Oktober 2013 Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF).

Quelle: Ilona Maass/hrf

Lübeck/Kiel. Herr Kuhnt – was, wenn die Lübecker Bürgerschaft nicht die Mittel für die MuK-Konzertsaal-Sanierung freigibt?

 Das wird sicher nicht passieren. Denn auch in Lübeck herrscht die Vernunft.

 

  Warum spielt die Lübecker MuK für das SHMF so eine zentrale Rolle?

 Es ist der klassische Konzertsaal mit der größten Kapazität im Lande, mit einer vorzüglichen Akustik und einer beeindruckenden Architektur – einer der führenden Konzertsäle in Deutschland. Und einen vollwertigen, waschechten Konzertsaal kann man durch ungewöhnliche Spielstätten auch in Lübeck nicht ersetzen

 

  Wird das SHMF 2016 in Lübeck, in der MuK, eröffnet?

 Am 26. Februar stellen wir unser Gesamtprogramm vor. Aber Sie können davon ausgehen, dass wir gemäß der Tradition in Lübeck eröffnen.

 

 Das Weniger an nahezu 500 Plätzen in der MuK-Rotunde dürfte mit Einnahmeausfällen verbunden sein...

 Wir können das jetzt planen, doch konkret lässt sich das erst nach dem Sommer beziffern. Aber wir gehen schon von Mindereinnahmen im sechsstelligen Bereich aus.

 

  Bei einem Ja zur Sanierung: Planen Sie 2017 wieder mit dem MuK-Konzertsaal oder sehen Sie noch weitere Risiken?

 Der Bürgermeister hat uns zugesichert, dass das SHMF 2017 wieder im Konzertsaal der MuK spielen kann.

 

  Wie zeitnah müsste die MuK-Sanierung bis hin zur 22,3 Millionen-Marke weitergehen – befürchten Sie womöglich weitere Verzögerungen?

 Ich glaube man hat auch in Lübeck aus Fehlern gelernt: Verschleppen ist am Schluss teurer als regelmäßig warten.

 

  Es gibt ja noch eine andere Baustelle, nämlich das Kieler Schloss... Wie schätzen Sie hier die Perspektiven ein?

 Wir gehen davon aus, dass wir bis Sommer 2017 eine Lösung präsentiert bekommen, die dem SHMF auch 2017 einen Zugang ebnet. Das wurde uns so von der Stadt klar signalisiert.

 

  Nehmen Sie wahr, dass an der Lösung der Probleme rund um Betrieb und Sanierung gearbeitet wird?

 Ich nehme wahr, dass sich der Oberbürgermeister lösungsorientiert engagiert und im Hintergrund viele Gespräche führt. Es geht um nicht weniger als einen gesunden Kulturstandort Kiel.

 

 Was hat in Ihren Augen Priorität?

 In Hinblick auf die notwendige Sanierung warte ich immer noch auf das Gutachten, dass bereits seit Herbst vorliegen sollte. Ich hoffe, dass es mittlerweile wenigstens in Auftrag gegeben wurde. Wir brauchen unabhängig von den Besitzverhältnissen eine Bestandsaufnahme. Noch fischen wir doch im Trüben, was eine Kostenprognose betrifft. In Lübeck kostete die Sanierung einer 21 Jahre alten Halle 22,3 Millionen Euro. Eine ähnliche Summe stand auch in Kiel mal im Raum – aber hier handelt es sich um eine Immobilie, die 50 Jahre alt ist...

 

 Ist es sinnvoll, den Konzertsaal vom Schloss zu trennen oder braucht man den Kontext?

 Ich persönlich nehme den Konzertsaal, der ja nicht auf dem Fundament des alten Schlosses steht, inklusive Fördefoyer als durchaus eigenständigen Veranstaltungsraum wahr.

 

 Setzen Sie für das SHMF 2016 voll auf das Kieler Schloss ... und 2017?

 Ja, uneingeschränkt, auch 2017.

 Interview: Konrad Bockemühl

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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