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Cupidos Klingelton in Plön

Landesjugendchor Schleswig-Holstein Cupidos Klingelton in Plön

Gut vierzig Stimmen, frisch und rein, sanft und zugleich quirlig vernetzt: Der Landesjugendchor Schleswig-Holstein präsentierte sich am Sonntag in der gut besuchten und akustisch bestens geeigneten Nikolaikirche Plön in Bestform.

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Sängerinnnen des Landesjugendchors Schleswig-Holstein bei der Probe mit Matthias Janz.

Quelle: Ulrich Hessling

Plön. Matthias Janz hatte unter dem Motto „Liebeslust & Liebesleid“ ein unerschrocken durch Europa und die Epochen flatterndes Frühlingsbukett zusammengestellt und spürbar Spaß daran, die rhythmischen, tänzelnden und harmonisch changierenden Effekte bei den jungen Sängern abzurufen.

Benjamin Brittens zweiten Flower Song (The succession of the four sweet months) wird man schwerlich zartseidener hören können. Claude Lejeunes munteres Madrigal Revecy venir du Printans wird sich Cupido in der vorwitzigen Plöner LJC-Version vermutlich schnellstmöglich als Klingelton herunterladen. Und die glasklare „Wunderkühle“ der behutsam leise gleitenden Brahmsischen Waldesnacht aus dem Paket der Weltlichen Gesänge op. 62 gelang berührend schön. Besonders die Gondoliera aus den Chor-Raritäten von Clara Schumann war mit ihren oft überraschend umgleitenden Harmonien ein starkes Plädoyer für die Komponistin. Und im wahrsten Sinne züngelnde Flammen versetzten schließlich Hugo Distlers wahrlich nicht einfache Feuerreiter-Ballade in Hochspannung.

Erst, wenn überhaupt mal etwas ein wenig ins Wackeln geriet – wie der Spitzenton in Claras Vorwärts oder der Übergang in Stephanis Renaissance-Madrigal Der Kuckuck hat sich zu Tode gefallen – wurde einem klar, in welch erstaunlich kurzer Probenzeit – nämlich an zwei nicht einmal vollständigen Wochenenden – das hohe Niveau des stilistisch enorm vielfältigen 75-Minuten-Programms erreicht wurde. Nicht alle Jugendlichen im Land haben das Singen verlernt: Sogar Profimusik wie Heinrich Schütz’ vertracktes italienisches Solisten-Madrigal Ride la primavera prangte hier prächtig.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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