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Goldgräberstimmung auch in Kiel

NDR Elbphilharmonie Orchester Goldgräberstimmung auch in Kiel

„Ich verspreche mir vom Großen Saal der Elbphilharmonie einen ähnlich positiven Einfluss auf das NDR Elbphilharmonie Orchester,wie ihn das Concertgebouw in Amsterdam oder der Goldene Saal im Wiener Musikverein auf die dort residierenden Orchester gehabt haben“, sagt Thomas Hengelbrock. Der Chefdirigent des umbenannten NDR Sinfonieorchesters Hamburg präsentierte in Hamburg die Saisonplanung für 2016/17.

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Andrea Zietzschmann, Leiterin Orchester, Chor, Konzerte beim NDR, und Achim Dobschall, Leitung Redaktion und Management des NDR Elbphilharmonie Orchesters vor der Elbphilharmonie.

Quelle: Christian Charisius

Kiel. Für die erste Saison in neuer Hülle hat Hengelbrock Stars wie Patricia Kopatchinskaja oder Alice Sara Ott gebucht. Außerdem präsentiert er den Countertenor Philippe Jaroussky als Residenzkünstler und einen Island-Schwerpunkt. Hengelbrock ist gemeinsam mit Krzystof Urbanski im Großeinsatz – unter anderem dirigiert er einen konzertanten Rheingold-Abend von Richard Wagner.

 In der Streiber-Reihe im Kieler Schloss darf man sich am 27. November auf Marc Minkowski freuen, der ja so etwas wie der Hengelbrock Frankreichs ist, aus der Alte-Musik-Szene kommt, aber seine Fühler als Offenbach-Großmeister längst schon in die Romantik und klassische Moderne ausgestreckt hat. Minkowski durchleuchtet Werke von Ravel und César Franck. Für Orchesterlieder von Chausson bringt er seinen jungen französischen Lieblingsbariton Florian Sempey mit.

 Während im gläsernen Foyer der Lübecker Musikhalle auch die Chef- und Shooting-Stars dirigieren (Hengelbrock, Eschenbach, Urbanski) und junge Klaviergrößen wie Jan Lisiecki, Alice Sara Ott oder Igor Levit mit populären Repertoire von Schumann, Mozart und Beethoven locken, gibt sich die Kieler Reihe wieder eine Spur anspruchsvoller und goldgräberischer. Am 3. November taucht mit dem Chinesen Yu Long der interessanteste Dirigent aus dem musikalisch weiter aufstrebenden Reich der Mitte am Pult auf. Schostakowitschs Sechster Symphonie stellt er weltumspannend Klavierkonzertprojekte mit dem wunderbaren Franzosen Jean-Yves Thibaudet von Qigang Chen und George Gershwin gegenüber.

 Eines der beglückendsten Beiträge der NDR-Musiker zum SHMF der vergangenen Jahre verantwortete der junge Slowake Juraj Valcuha. Am 23. März kehrt er nach Kiel zurück und leitet eine Uraufführung, das Zweite Violinkonzert von Béla Bartók (mit Valeriy Sokolov) und Prokofjews selten gehörte Dritte. Bartóks Erstes Violinkonzert ist schließlich am 13. Mai 2017 mit der Norwegerin Vilde Frang vielversprechend besetzt. Antonio Méndez, 32-jähriger Senkrechtstarter von Mallorca, dirigiert außerdem Opulentes von Glinka und Rachmaninow. Und danach lodert wieder die große Frage auf: Wie geht es weiter mit dem Kieler Konzertsaal?

 Am Rande wurden erste Konzerttermine des SHMF im kommenden Jahr publik: Thomas Hengelbrock hat zur Lübecker Eröffnung am 1. und 2. Juli 2017 wieder Hélène Grimaud an seiner Seite – diesmal für Ravel. Herbert Blomstedt erarbeitet mit den Elbphilharmonikern Bruckners Fünfte für Lübeck und Rendsburg.

 Weitere Infos: www.ndrticketshop.de und www.streiber-kiel.de

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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