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Facetten eines Universalkünstlers

Wenzel-Hablik-Museum im Kieler Landeshaus Facetten eines Universalkünstlers

In den vergangenen vier Jahren stellte die Reihe „Kunst aktuell im Landeshaus“ in elf knappen Übersichtsausstellungen Museen und Kunststiftungen des Landes vor. Zum Ende der Legislaturperiode im Mai findet mit der Präsentation des Wenzel-Hablik-Museums Itzehoe die Kooperation des Schleswig-Holsteinischen Landtags und der Investitionsbank SH vorerst ihren Abschluss.

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Farbenreich und vielfältig stellt sich das Wenzel-Hablik-Museum, hier mit Museumsleiterin Katrin Maibaum und Stiftungsvorsitzendem Harald Brommer, im Landeshaus vor.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Das 1995 auf der Basis der Wenzel-Hablik-Stiftung gegründete Haus zeigt sich dank der geschickten kuratorischen Arbeit von Katrin Maibaum von seiner besten Seite. Insgesamt 43 Exponate geben Einblick in das Werk des Allroundkünstlers Wenzel Hablik (1881-1934), der als Maler und Grafiker genauso begabt war wie als Architekt, Designer und Kunsthandwerker. „Die Herausforderung lag darin, die vielen Facetten seiner Kunst deutlich werden zu lassen“, so die Museumsleiterin. Ihre repräsentative Auswahl macht Lust auf einen Besuch in Itzehoe. Frühe Grafiken hängen neben Gemälden, darunter expressive Landschaftsbilder und Porträts, sowie jene unfassbar farbenfrohen Architekturutopien, in denen sich leuchtende Primärfarben zu waghalsigen kristallinen Strukturen auftürmen. Dem Designer ist eine Vitrine mit schnörkel- und zeitlosem Silberbesteck gewidmet, wunderbar gearbeitete Holzmöbel weisen den gelernten Tischler als bodenständigen Kunsthandwerker aus.

 Habliks künstlerische Entwicklung lässt sich nach seinen Studienjahren in Wien und Prag vom Jugendstil über den Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit nachvollziehen. In seinem Selbstverständnis als Universalkünstler hatte er sich dem Gesamtwerk verschrieben – in einem Aquarellentwurf, der den Empfangsraum einer Zeitung zeigt, ist vom Linoleum bis zur Zentralheizung jedes Detail farblich gestaltet.

 „Die Präsentation im Landeshaus ist für uns wie ein Ritterschlag“, sagt Harald Brommer. Der Vorsitzende der 1985 gegründeten Wenzel-Hablik-Stiftung freut sich schon auf eine Folgeausstellung im Berliner Gropius-Bau. „Unserem Ziel, den künstlerischen Stellenwert Wenzel Habliks in Erinnerung zu bringen, sind wir in den letzten Jahren sehr viel näher gekommen. Langsam begreift die Öffentlichkeit, dass er neben Nolde und Barlach zu den wichtigen Künstlern aus Schleswig-Holstein gehört.“

 Ausstellung im Landeshaus. Bis 2. April. Eintritt frei, ein Personalausweis muss vorgelegt werden.

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