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Da werden keine Gefangenen gemacht

"Verbotenes Lichtspiel" Da werden keine Gefangenen gemacht

In diesen Filmen geht es hart zur Sache: Die Kinoreihe "Verbotenes Lichtspiel" serviert Filme aus den Siebzigern.

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Bandenkrieg in Hamburg, 1973: Jürgen Rolands Streifen „Zinksärge für die Goldjungen“. Frei ab 18 Jahren.

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Kiel. Kiel. Hamburg sieht aus wie die Bronx, mit qualmenden Müllcontainern, tristen Brachen, Reeperbahn-Kaschemmen und ruinösen Speicher-Etagen. Die Kamera von Jost Vacano, der später Wolfgang Petersens Das Boot ins spektakuläre Bild setzte, saugt sich fest an den Kulissen, vor denen Kleinganove Willi die Gelegenheiten ergreift – zum Klauen, Töten, Lieben.

 Supermarkt heißt Roland Klicks 1974 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichneter Großstadt-Thriller, einer von fünf Filmen in der Reihe Verbotenes Lichtspiel, die sich in der neunten Ausgabe dem bundesdeutschen Exploitation-Kino der sechziger und siebziger Jahre widmet. Schnell produzierte Filme also, die auf der angesagten Welle mitschwammen. „Bahnhofs-Kino könnte man auch dazu sagen“, sagt Daniel Krönke, mit vier Mitstreitern für Themensetzung und Filmauswahl der Reihe zuständig. „Da spielt schon der Reiz des Entdeckens eine Rolle. Und der Wunsch, Filme aus der Vergessenheit zu holen, die wagemutig sind oder einfach schräg.“

 So wie die schrille, von den kirchlichen Filmdiensten kollektiv getadelte Mischung aus Schulmädchen-Report und Karate-Action, die in Karate, Küsse, blonde Katzen (1974) zusammenkommt – eine deutsch-hongkonger Koproduktion, die morgen in der Schaubude das Verbotene Lichtspiel eröffnet. Oder die Softporno-Parodie Alle Kätzchen naschen gern (29. 1., Kino in der Pumpe), in der sich Fernsehgrößen von Ralf Wolter (Winnetou) bis zum Zollfahnder Kressin Sieghardt Rupp tummeln.

 Nach Themenreihen wie den italienischen, nach dem Groschenromanprinzip erstellten Billig-Thrillern (Giallos) oder „Animal Horror“ war es längst überfällig, sich dem Filmschaffen „Made in Germany“ zu widmen, erklärt Daniel Krönke. Und das erweist sich als vielfältig. Neben dem preisgekrönten Genre-Kino Roland Klicks (21. 1., Hansa Filmpalast) gibt es Rolf Olsens brutalen Gangster-Krimi Blutiger Freitag (27. 1., Ben Briggs, Lange Reihe) mit Raimund Harmstorf in der Hauptrolle. Und auch in dem Bandenkrieg, den Jürgen Roland in Zinksärge für die Goldjungen (14. 1., Luna Club) in Hamburg anzettelt, werden keine Gefangenen gemacht. Der legendäre Erfinder des Großstadtreviers setzt auf Komik und rasante Action. Und die irre Bootsjagd durch die Speicherstadt kann es lässig mit James Bond aufnehmen.

 

 Karate, Küsse, blonde Katzen. Morgen Abend, 20.30 Uhr, Schaubude. Das ganze Programm unter www.facebook.com/VerbotenesLichtspiel

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