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Kunst im Punktraster

Estnischer Künstler in der IHK Kunst im Punktraster

„Pop & Glam“ in der Industrie- und Handelskammer zu Kiel: In Zusammenarbeit mit dem Honorarkonsulat der Republik Estland präsentiert die Merkur-Galerie Arbeiten des estnischen Popkünstlers und Mode-Designers Andro Kööp.

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Dekorativer Protest: Andro Kööp mit seinen gerasterten Porträts in der Merkur-Galerie der IHK.

Quelle: Foto: Björn Schaller

Kiel. In seiner Heimat erregte der 48-Jährige in den 1990er Jahren mit provokanter Damenmode und Kitsch-Pop-Malerei Aufsehen, seine Werke stehen dort für die glamouröse und die ästhetische Avantgarde. „Das ist heute etwas ganz Besonderes“ , so Harry Liivrand, Kurator und Kulturattaché der estländischen Botschaft in Berlin, wo Kööp 2013 mit zwei Ausstellungen vertreten war.

 In Kiel zeigt der Künstler, der Anfang der 90er ein Modestudium an der Universität Tallinn absolvierte, Arbeiten aus drei Themengruppen, entstanden in den letzten zehn Jahren. „Es handelt sich dabei um drei verschiedenen Arten der Malerei, die alle unterschiedliche Seiten meiner Natur charakterisieren und die ich zur Behandlung diverser Themen oder zur Äußerung von Gefühlen nutze“, so Kööp. Punktraster haben es dem Gründungsmitglied des Verbandes estnischer Designer angetan. Error nennt er eine Serie mit minimalistisch abstrahierten Porträts, in der sich die plakativen, in starken Hell-Dunkel-Kontrasten gefassten Gesichter hinter den rhythmisch getupften Punktemuster aufzulösen scheinen. Kööp will damit seinen Protest gegen das zunehmende Verschwinden des Individuums im Getriebe der modernen Welt ausdrücken – ein Protest in dekorativem Gewand.

 Hartnäckiges Punktraster, aufgebracht in wechselnden Farben, strukturiert auch die Arbeiten der abstrakt gehaltenen Serie Kraftvoller Ausbruch und überzieht ebenfalls die Bilder aus dem Komplex Strand. Hier stehen die flirrenden Tupfer für das Entrücktsein der Strandbesucher von Zeit und Raum. Ganz ohne Punkte kommen dagegen die eng an das legendäre Warhol-Porträt angelehnten Bilder von Marilyn Monroe aus. Eine üppig geblümte Tapete oder ein mit Glitzersternchen übersäter Hintergrund verweisen auf den Glamourfaktor der Diva. So bleiben keine Fragen offen.

 Merkur-Galerie, Bergstraße 2. Bis 8. Juni. Mo - Do 8 - 17, Fr 8 - 15.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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