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Die junge Adele mochte seinen Stil

Jool hat einen imaginären Soundtrack veröffentlicht Die junge Adele mochte seinen Stil

„Love your weird style and music.“ Ein dickes Lob, das noch deutlich dicker wird, wenn es von Adele stammt. Wortlaut einer Nachricht, die der heutige Weltstar laut Jewel Timo Schamborski alias Jool auf dessen Myspace-Seite postete – vor zehn Jahren, als die englische Sängerin kurz vor ihrem Senkrechtstart mit dem Debütalbum 19 stand.

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Bevorzugt live die eher grelle Bühnenperformance: Jewel Timo Schamborski alias Jool.

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Berlin. Doch habe Adele damals leider nicht erwähnt, dass sie auch Musik mache, erzählt der in Rendsburg geborene Sänger und Gitarrist und Produzent für Film- und TV-Musik, der heute in Berlin lebt. Wer ihn da kontaktiert hatte, habe er „erst zwei Jahre später überhaupt gecheckt“.

 Nicht ganz so große Namen tragen die Musiker, die Jool auf seinem jüngst auf Warner/Chappell erschienenen Album The Mystery Of The Golden Road unterstützt haben. Doch es sind echte Cracks darunter: Don Peake, der schon Marvin Gaye und Ray Charles auf der Gitarre begleitet hat, auch Jack Cook, der für Jeff Buckley und The Temptations trommelte oder Gitarrist Christian Wunderlich aus der Band des US-Soulsängers Mayer Hawthorne – welcher übrigens mit weiteren prominenten Gästen wie der französischen Sängerin Cleo T, dem Berliner Pop-Duo Jonah oder dem Singer/Songwriter bei Jools Album-Release-Party Anfang kommender Woche in Berlin-Neukölln auftreten wird.

 The Mystery Of The Golden Road ist ein imaginärer Score, ein Soundtrack für ein Road Movie, das es nicht gibt. Um sich dafür inspirieren zu lassen, ist Jewel Timo drei Monate lang durch Asien und Australien gereist. „Diese Exotik, diese noch mal ganz andere Natur“ habe ihn am stärksten beeinflusst, erzählt er, insbesondere auch die Fahrt entlang der australischen Great Ocean Road. „Ich bin ja immer so naturbezogen, das gibt einem immer so eine ganz spezielle Synergie, man hat Klänge im Kopf, die einem zufliegen.“ Auf dem Album landeten dann Tracks, die mit ihren teils bewusst losen Enden und breit gefächertem Sound tatsächlich wie ein klassischer Soundtrack wirken. Die Palette reicht von Funk, Soul, Jazz und Blues bis zu Surf und epischen, flirrenden Americana-Sounds, die Jool auf der Gitarre meist dominiert, und das sehr effektreich: Twang, Tremolo, Slide, Fuzz, auch funky Licks.

 All das verweist teils auch auf Jewel Timos bereits frühe Favoriten zurück, darunter Aretha Franklin, Otis Redding, James Brown, Chuck Berry, Eric Clapton, J J. Cale. Eine frühe Quelle für die technische Reifung nach Gehör war für Jewel Timo, der mit neun Jahren mit dem Gitarrenspiel begann, Mark Knopfler. Viel lernte er auch von seinem Vater, ebenfalls Gitarrist und hauptberuflich Rennfahrer. Jewel Timo spielte in der Band seines Vaters, auch in einer Schülerband, doch schon bald wurde es ihm in Rendsburg (ein „Nest“ nennt er es in einem Interview mit seinem Major-Plattenlabel zum aktuellen Album) zu eng, die weite Welt rief.

 Heute gehen auf das Konto von Jewel Timo alias Jool ein dutzend Alben, diverse Singles, Songs für TV-Serien (wie etwa Alive für die US-Serie The Vampire Diaries) oder für die ZDF-Webserie Familie Braun, die just den Deutschen Comedypreis in der Kategorie „Beste Innovation“ gewonnen hat. Aus seinem Alter macht Jewel Timo allerdings beharrlich ein Geheimnis: „Ich hab’ immer die letzten zehn Jahre gesagt: Ich bin 28.“

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