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Der tiefinnerliche Interpret

Christoph Eschenbach mit Brahms-Preis 2016 geehrt Der tiefinnerliche Interpret

Er nennt ihn seine Nummer Eins, hat gerade bei Harmonia Mundi seine Vier ernsten Gesänge und weitere Lieder mit dem Bariton Matthias Goerne herausgebracht: Christoph Eschenbach steht dem norddeutschen Komponisten Johannes Brahms hörbar nahe. Jetzt ist der Dirigent und Pianist mit dem Brahms-Preis 2016 geehrt worden.

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Brahms-Walzer zu zweit: Preisträger Christoph Eschenbach (li.) mit Christopher Park.

Quelle: Guballa

Wesselburen. Der 75-Jährige habe sich mit aller Kraft und Liebe der klassischen Musik im Allgemeinen und der Musik von Brahms im Besonderen gewidmet, sagte die Geschäftsführerin der Heider Brahms-Gesellschaft, Anja Piening. Mit der Auszeichnung solle auch Eschenbachs Einsatz für Nachwuchstalente gewürdigt werden: Der 75-Jährige habe sich für viele junge Solisten als Mentor engagiert, darunter die inzwischen weltbekannten Pianisten Lang Lang und Tzimon Barto sowie die Sopranistin Renée Fleming. Bei der Verleihung in der Bartholomäus-Kirche Wesselburen spielte Eschenbach mit einem weiteren Schützling, dem jungen Pianisten und Bernstein-Preisträger Christopher Park, Brahms’ vierhändige Walzer op. 39.

 Der Musiker, der Schleswig-Holstein als seine zweite Heimat bezeichnet, hat in der Schallplattengeschichte bezüglich des Komponisten mit Dithmarscher Wurzeln bleibende Akzente gesetzt: ob solistisch mit den Intermezzi, in der Kammermusik gemeinsam mit dem legendären Amadeus Quartett, als Liedpartner von Edda Moser oder als Dirigent im sinfonischen Repertoire mit dem Houston Symphony Orchestra.

 Die Verleihung des mit 10000 Euro dotierten Preises im Beisein von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) als Vertreterin der Landesregierung hatte im amtierenden Intendanten des von Eschenbach einflussreich begleiteten und zeitweise künstlerisch geleiteten Schleswig-Holstein Musik Festivals einen kundigen Verehrer als Laudator. Christian Kuhnt würdigte die „tiefinnerliche“ Ernsthaftigkeit des Interpreten Eschenbach. Er erinnerte an das legendäre Milleniumsprojekt Sieben Horizonte bei dem der Maestro vor einem begeisterten Publikum in Hamburg in einem fünfstündigen Konzert sieben Uraufführungen von den Komponisten Aribert Reimann, Peter Ruzicka, Wolfgang Rihm, Mark-Anthony Turnage, Christopher Rouse, Bright Sheng sowie Matthias Pintscher dirigierte. Kuhnt zeichnete den imposanten Karriereweg als Chefdirigent beim Houston Symphony Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester, dem Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris und National Symphony Orchestra Washington nach. Und er hob hervor, welch zentrale Bedeutung Christoph Eschenbach nach wie vor als Musiker unter den jungen Musikern „seines“ Schleswig-Holstein Festival Orchester hat. cst

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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