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Deutsch-dänischer Grenzgänger

Stadtgalerie Kiel Deutsch-dänischer Grenzgänger

Von der Ostsee bis zur Nordsee hat der Flensburger Künstler Karsten Wiesel die deutsch-dänische Grenze abgewandert, alle neun Meter ein Foto geschossen und sie danach zum Film montiert. "D / DK" ist jetzt in der Stadtgalerie zu sehen.

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Auf dem Grenzstreifen unterwegs: (v.li.) Künstler Karsten Wiesel, Peter Kruska (Stadtgalerie), Judith Selck (Kulturforum), Arne Sommer (Filmwerkstatt).

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Mit Anglerstiefeln ist er im September 2015 losgestapft, hat sich durch Moor und Gebüsch geschlagen, mit dem Schlauchboot Wasserläufe befahren – möglichst immer mit einem Bein in Deutschland und dem anderen in Dänemark. Zehn Tage brauchte Karsten Wiesel für die 67 Grenzkilometer, wie sie nach der Volksabstimmung 1920/21 gezogen wurde. „Das war schon abenteuerlich“, erzählt der Filmemacher und Erfinder des Kurzfilmfestes Flensburg.

Zwischen Niemandsland und ländlicher Idylle flackern die Filmbilder, mittig geteilt von einer Grenze, die nahezu unsichtbar erscheint: "Als Idee ist sie aber sehr präsent.“ Im Film schnurrt die Langsamkeit des Wanderns zusammen, überlagern sich die Bilder, verfremdet zu grünem Dickicht, jagenden Himmeln und dunklen Wassern. Und hin und wieder nimmt man im Augenwinkel Kühe, Schafe oder Menschen wahr. So fliegen, treiben, stürzen die Bilder im Zehntelsekundentakt auf den Betrachter, 8447 Fotos in zwölf Minuten.

Im Foyer der Stadtgalerie steht der Kurzfilm im Kontrast zu einer Reihe ausgewählter Fotos, in denen die wilde Fahrt zum Stillstand gekommen ist. Eine Ausstellung, die in Kooperation von Stadtgalerie, Filmwerkstatt und Kulturforum entstanden ist und damit auch ein Vorgeschmack auf das Filmfest Schleswig-Holstein, das am 22. März in der Pumpe eröffnet und dann bis 25. März läuft.

„Das Projekt passt zu unserer Ausrichtung auf Kunst aus dem Ostseeraum“, sagt Peter Kruska, kommissarischer Leiter der Stadtgalerie. Und Filmwerkstattleiter Arne Sommer, der die Kooperation initiiert hat, freut sich, dass das Filmfest auf diese Weise seinen Raum erweitert.

Stadtgalerie, Andreas-Gayk-Straße 31. Bis 9. April. Di, Mi, Fr 10-17 Uhr, Do 10-19 Uhr, Sbd, So 11-17 Uhr. Eröffnung 16. März, 19 Uhr, Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31.

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