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Von Bayreuth nach Brunsbüttel

Die musikalische Familie von Startenor Klaus Florian Vogt Von Bayreuth nach Brunsbüttel

Vor kurzem stand Klaus Florian Vogt (46) noch als Parsifal in Bayreuth auf der Bühne, nächste Woche holt er seinen SHMF-Liederabend in Rendsburg nach – zwischendurch verfolgte der gefeierte Tenor im Zuschauerraum des Elbeforum Brunsbüttel die Proben seiner beiden Söhne Thore (20) und Lasse (24) zur Operette Im weißen Rössl.

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Theaterarbeit in Brunsbüttel: Opernsänger Klaus Florian Vogt (2. v. re.), seine Frau Silvia und ihre Söhne (von links) Bosse, Thore, Lasse und Kalle Michel auf einem Balkon im Bühnenbild der Operette „Im weißen Rössl“.

Quelle: Christian Charisius

Brunsbüttel. „Wir sind sehr stolz, dass unsere Söhne alle ihren Weg gefunden haben“, sagt der Opernstar, der auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist, aber immer noch seiner norddeutschen Heimat die Treue hält. Unter Leitung seiner Frau Silvia haben die Schüler der Theater AG des Gymnasiums Brunsbütteldie Operette von Ralph Benatzky einstudiert – inklusive einer Reise zu den Originalschauplätzen am Wolfgangsee.

 „Dieses Metier Theater ist einfach wunderbar“, sagt Silvia Vogt, ebenfalls eine gefeierte Sängerin im Musical Phantom der Oper. Seit 2005 leitet sie die Theater AG und studiert gemeinsam mit Freunden, die sie aus ihrer Zeit als Sängerin kennt, mit den Schülern im Alter von 15 bis 18 Jahren verschiedene Musicals ein. „Ich glaube, ich kann gut motivieren und rauskitzeln, was in den jungen Leuten steckt“, erklärt sie ihr Engagement. „Ich denke, viele von ihnen werden die Erfahrungen hier auf ihrem Lebensweg mitnehmen und nie vergessen.“ Drei von ihren ehemaligen Schützlingen gehen jetzt sogar auf die Schauspielschule in Hamburg. „Manchen haben sich Wege eröffnet, die sie vorher gar nicht kannten“, ist Vogt überzeugt.

 Ihre vier Söhne sind fast immer mit von der Partie. So sang Thore, der Jazz und Klassikklavier in Hamburg studiert, die Hauptrolle in dem Musical Grease. Dieses Jahr leitet er das Orchester, in dem auch ehemalige Mitglieder des NDR Sinfonieorchester sitzen. „Wir durften als Kinder verschiedene Sachen ausprobieren, bis feststand, was wir gerne machen wollen“, sagt der 20-Jährige.

 Sein Bruder Bosse (22) studiert Musical in Osnabrück und stand schon in Jesus Christ Superstar und Die drei Musketiere in Bad Gandersheim auf der Bühne. Der älteste Sohn Lasse (24) studierte Filmregie, schreibt Soundtrackkritiken für einen Musikblog und sieht sich eher als der Musiktheoretiker in der Familie. Vater Klaus Florian Vogt hat in diesem Jahr die lebensgroße Kuh aus Plastik als Requisite beigesteuert. „Die kommt später in unseren Garten.“

 Die Kinder der Vogts sind mit Musik groß geworden. „Ich habe immer beim Wickeln gesungen“, erinnert sich Silvia Vogt. „Und als ich einmal den letzten Ton weggelassen habe, sang das Baby einfach weiter.“ Auch das Leben hinter der Bühne ist für die Söhne nichts Unbekanntes. Klassischer Opernsänger möchte im Moment jedoch niemand werden. „Auch wenn wir total auf Wagner-Opern stehen: Drachen und Riesen, wer mag das nicht“, meint Lasse.

 Die Söhne standen auch schon mit ihrem Vater auf der Bühne, Lasse zum Beispiel als Sohn in Madame Butterfly. „Das hat sich einfach so ergeben“, erinnert sich Klaus Florian Vogt. Und Kalle Michel (9), der Jüngste, als kleiner Parsifal in Bayreuth. „Das war toll“, meint der Junge und solange Papa dabei ist, sei auch alles prima. Während der Festspielzeit besuchte das Nesthäkchen eine Schule in Bayern. „Die war viel besser als meine“, sagt er grinsend. Und auch der Applaus in Bayreuth sei super gewesen. Trotzdem ist er der einzige Sohn, dessen Musikkarriere noch nicht feststeht: „Ich möchte Fußball-Profi werden!“, verkündet der Neunjährige selbstbewusst.

  SHMF-Nachholkonzert mit Liedern von Haydn, Brahms, Mahler und Strauss (Klavier: Jobst Schneiderat) am Dienstag, 20. 9., 20 Uhr, in Rendsburg, Christkirche. Restkarten: Tel. 0431-237070 oder www.shmf.de. Weitere „Rössl-“ Aufführungen in Brunsbüttel: 16., 17. und 18.9.

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