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Künstlerinnen tischen auf

Gedok im Landeshaus Künstlerinnen tischen auf

Es ist angerichtet im Landeshaus. Eine festliche Tafel zieht sich durch die Halle im ersten Stock, dekoriert mit einem hellen Tischtuch und 29 tellerartigen Scheiben, die künstlerisch individuell gestaltet sind. Einige zeigen Gemälde, Porträts und raffinierte Collagen, andere tragen skurrile Objekte.

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Renate Basten (li.) und Birgit Bornemann von Gedok zeigen ihre Arbeiten unter dem Motto „Aufgetischt“.

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. „Aufgetischt“ heißt die Ausstellung aus der Reihe „Kunst aktuell im Landeshaus“. Gefördert von der Investitionsbank Schleswig-Holstein, hat sie sich zu einer Art Schaufenster für die Museen, Kunsthäuser und Künstlergemeinschaften des Landes gemausert. In ihrer 9. Auflage stellt sich die Gedok-Schleswig-Holstein (Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen aller Kunstgattungen) vor. Anlass ist das 90-jährige Bestehen des Vereins, der, 1926 von der Lyrikerin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel gegründet, das älteste und gleichzeitig europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten darstellt.

 Die klare Inszenierung der jurierten Schau hat Charme. „Wir haben uns im Vorwege mehrfach getroffen und das Gesamtkonzept entwickelt“, erzählt Birgit Bornemann, die gemeinsam mit Renate Basten die Organisation übernommen hat. Beide Malerinnen haben wie alle anderen Teilnehmerinnen eigens für die Inszenierung gearbeitet und sich dabei formalen und thematischen Vorgaben untergeordnet. Letztere beziehen sich zum einen auf Ida Dehmel, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1933 zum Rücktritt aus dem Gedok-Vorstand gezwungen wurde, zum anderen auf das Gründungsjahrzehnt des Vereins sowie auf das Schubladendenken zur Rolle der Frau im Wandel der Zeiten. Zwischen den Tellern sind Texte Schleswig-Holsteinischer Autorinnen ausgelegt – Gedichte und Gedankensplitter, die nachdenklich machen. „Uns gefällt an dem Konzept, dass mehrere Sparten hier zusammenkommen“, sagt Renate Basten, in der Schau vertreten mit einer Arbeit, die mit hebräischen Schriftzeichen spielt. Bildende Kunst trifft also auf Literatur – unter anderem bei der Lesung von Therese Chromik, die Auszüge aus ihrer Biografie „Ida Dehmel – ein Leben für die Kunst“ vorstellt.

Düsternbrooker Weg 70. Eröffnung Donnerstag, 19 Uhr. Bis 27. Juli, täglich 10-18 Uhr (mit Personalausweis) Lesung am 18. Juli, 19 Uhr.

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