20 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Musical "Marina": Krebsen für den Ausdruck

Jugendakademien Theater Kiel Musical "Marina": Krebsen für den Ausdruck

Wie bewegt sich ein mehrteilig herbeikrebsendes Meeresmonster am steilen Uferhang? Wie reagiert darauf eine anständig anmutige Meerjungfrau? Die Stelzbewegungen ihrer Protagonistinnen findet Nele Tippelmann schon ganz gelungen. Geprobt wird das neue Musical "Marina".

Kiel Holtenauer 103 54.33694 10.133119
Google Map of 54.33694,10.133119
Kiel Holtenauer 103 Mehr Infos
Nächster Artikel
Mit der Kamera im Kopf

Regisseurin Nele Tippelmann (links) mit Anna Fechner und Hanna Laackmann am Flügel von Dirigent Moritz Caffier.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. „Aber schaut euch zusätzlich ständig misstrauisch um – ein bisschen wie im James-Bond-Film“, empfiehlt sie im Zeichen von Fressen und Gefressenwerden. Auch ermuntert sie die vom dänischen Märchenerzähler Hans Christian Andersen entlehnte Hauptfigur zu mehr körperlichem Widerstand, wenn sie von den Krabbelviechern zu Boden gepresst wird. Anna Fechner, beim Casting für die Titelpartie ausgewählt, nimmt den Tipp dankbar auf. Und die Szene gewinnt prompt an interaktiver Spannung.

 Die Balletttänzerin Victoria Lane Green probiert derweil aus, wie sie sich als Profi auf rutschig schräger Ebene im Gliederfüßer-Gewand fortbewegen würde. Und Regie-Assistentin Mascha Leuenhagen, die selber über den Jugendchor zur Theaterleidenschaft gefunden hat, versucht, die später vorgesehenen Löcher im Bühnenbild durch Überklebungen und Gegenstände für die Probensituation haptisch erfahrbar zu machen.

 Keine Frage: Wenn eine Musiktheater-Regisseurin und ihre Assistentin, eine Choreografin der Ballettkompagnie und ein Kapellmeister der Philharmoniker mit auffällig jungen Darstellerinnen proben, ist etwas Besonderes im Gange. In der Salzhalle an der Schwentinemündung wird das Entstehen eines neuen Musicals vorangetrieben. Der Komponist Bernd Wilden hat vom Theater Kiel den Auftrag erhalten, gemeinsam mit seiner Frau Imke Wilden als Librettistin ein Musiktheaterwerk zu schreiben, das erstmals alle Sparten der Jugendakademien gemeinsam herausfordert. Kinder- und Jugendchor, Ballett- und Orchesterakademie sollen im Mai die Uraufführung von Marina im Schauspielhaus realisieren.

 Inzwischen sind die Rollen verteilt, hat sich in Hanna Laackmann die Wunschstimme für Marinas menschlichen Traummann gefunden. Sie harmoniert berückend mit der Anna Fechners, wie die eingeschobene kleine Gesangsszenenprobe rund um den Flügel von Dirigent Moritz Caffier zeigt. Dort wird weniger um Töne als um den Ausdruck dahinter gerungen. Deshalb kommt auch Regisseurin Nele Tippelmann hinzu. Wo lauert Resignation angesichts der tragischen Geschichte? Wo schimmert Zuversicht? Wann schlägt die Stimmung um? Welche Textbetonungen im melodischen Fluss machen Sinn? Alles Fragen, die in den kommenden Monaten, unterstützt von der Kunststiftung der HSH Nordbank, noch für über 70 Schülerinnen und Schüler aus dem Kieler Raum Bedeutung erlangen werden.

www.theater-kiel.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3