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Kühnheit und Richtigkeit

Kieler Philharmoniker Kühnheit und Richtigkeit

Im Buch "Die großen Pianisten der Gegenwart" prophezeite Jürgen Otten der französischen Pianistin Lise de la Salle, dass sie die notwendige Mischung aus Kühnheit und Richtigkeit für eine große Karriere mitbringe. Das bestätigt sich im Schloss, wenn sie sich in Rachmaninow Opus 1 hineinstürzt.

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Reizvolle Mixturen

Der Gastdirigent Rasmus Baumann mit der französischen Pianistin Lise de la Salle.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Das gelingt der noch nicht Dreißigjährigen mit einer physischen und psychischen Kraft, die Staunen macht. Zwar erzittert der Steinway unter ihren energischen Fingern überwiegend in metallischer Härte, aber wie rasant und deutlich da jede virtuose Entladung, jede Akkordballung, jeder stürmische Melodiezug beherrscht und präsentiert wird, das wird gerade dem Erstlingswurf des siebzehnjährigen Studenten Rachmaninow voll gerecht.

Und zwischendrin glitzert auch das „prickelnde Jeu perlé“, das Otten so begeisterte. Überhaupt zeigt de la Salle sehr viel Sinn für ein nie träge werdendes melancholisches Schwelgen in den lyrischen Abschnitten. Davon profitiert auch ihre stupende Zugabe: Liszts maximal schwärmerische Bearbeitung von Schumanns "Widmung" aus dem Liederkreis "Myrthen op. 25".

Die Kieler Philharmoniker erweisen sich als gut mitatmende Partner. Überhaupt danken sie dem Gastdirigenten Rasmus Baumann, Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen, eine sichere und ausdrucksstarke Führung durch ein extrem herausforderndes russisches Programm – mit Strawinskys spröder "Sinfonie für Blasinstrumente" und Prokofjews populärster Symphonie, der Fünften.

Das Konzert wird am 22. Mai um 20 Uhr im Kieler Schloss wiederholt. Einführung 45 Minuten vor Beginn. Karten: 0431 / 901 901. www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

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