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Die Sicht auf Unsichtbares

Malereiklasse der Muthsius Kunsthochschule im Anscharpark Die Sicht auf Unsichtbares

Was dabei herauskommt, wenn Studierende der Malereiklasse sich Gedanken über „Nichts“ machen, kann jetzt im Anscharpark in Augenschein genommen werden.

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Greta Magyar vor ihrer monochromen Landschaft und mit Blick auf Meike Schlemmers Objekt „Nichts ist abwesend“.

Quelle: Foto: Marco Ehrhardt

Kiel. Was dabei herauskommt, wenn Studierende der Malereiklasse sich Gedanken über „Nichts“ machen, kann jetzt im Anscharpark in Augenschein genommen werden. 19 Teilnehmer der Seminare von Antje Majewski und Sophie Reinhold zeigen im Haus 8 ihre Sicht auf ein unsichtbares Phänomen. „Wir haben unterschiedliche kunsthistorische und philosophische Ansätze untersucht. Die Arbeiten sind parallel dazu entstanden“, so Majewski.

 Vorteil des Themas sei, dass konzeptionell, abstrakt oder gegenständlich gearbeitet werden kann, auch eine mediale Umsetzung ist möglich. Tatsächlich gibt es Objekte, Video- und Klanginstallationen, doch die Malerei überwiegt. Während einige Bilder abstrakt gehalten sind, finden sich in anderen figürliche Ansätze. Vom Betrachter abgewandt beugt sich eine weibliche Person bei Elvira Bäfverfeldt Marklund über eine undefinierte graue Fläche. Nilufar Rahimi deutet mit einem brennenden Gesicht unter augenloser Maske den Zustand inneren Ausgebranntseins an und Julia Goerke präsentiert eine korpulente Dame, die sinnend vor einem unförmigen Klumpen steht, der das Universum vor dem Urknall zeigen könnte.

 Ganz wörtlich nimmt Dennis Paulsen das Thema. Mithilfe einer kunstvoll aus dem Keilrahmen gerissenen Leinwand fokussiert er das Nichts auf der Wandfläche. Dass Nichts auch Alles bedeuten kann, deuten Bilder an, die in ihrer bewegten Konturlosigkeit mit brodelnder Ursuppe assoziiert werden können. Woanders kommt der Zufall zum Zug, wenn sichtbar gemachte Zerfallsprozesse analoger Negative in bizarrer Farbenpracht strahlen.

 Oder es geht um das Sichtbarmachen dessen, was das geschlossene Auge nach einem Blick in grelles Sonnenlicht wahrnimmt. Als Gegenentwurf zum Thema darf ein farbenfroh bemaltes Objekt verstanden werden, das durch seine Formenvielfalt zwischen geometrischer Strenge und organischer Lieblichkeit überrascht. „Nichts ist abwesend“ nennt Meike Schlemmer ihre Arbeit: „Da ist total viel los, weil das Nichts gerade nicht da ist.“ sth

 

 Haus 8, Heiligendammer Straße 15. Bis 7. Februar. Do-Fr 15-18, Sa-So 14-18 Uhr

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