20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Italien, Fankultur und Umbrüche

Stadtgalerie Kiel Italien, Fankultur und Umbrüche

Von aktueller Fotografie bis zur Landesschau: Die Stadtgalerie Kiel präsentiert ihr Jahresprogramm.

Voriger Artikel
Das böse Spiel der Leidenschaften
Nächster Artikel
„Scheitern ist eh’“

Junge italienische Kunst kommt im Juni mit dem Preis der Stiftung VAF: „La gloria del mondo“ heißt diese Fotoarbeit des in Florenz lebenden Luigi Presicce.

Kiel. Mit 15038 Besuchern im Vergleich zu 2014 stabile Zahlen, ein gestiegener Ankaufsetat – die Stadtgalerie Kiel geht mit guten Vorzeichen in ihr neues Ausstellungsjahr, das am gestrigen Mittwoch vorgestellt wurde.

 Kulturdezernent und Kämmerer Wolfgang Röttgers ist sichtlich zufrieden über mehr Spielraum für Neuerwerbungen. Für „die nächsten Jahre“ sei sichergestellt sei, dass der bisherige Ankaufsetat ab 2016 von 17000 nun auf 27000 Euro jährlich fortgeschrieben sei. Wolfgang Zeigerer freut sich als Direktor, dass künftig Werke regionaler Künstler zu angemessenem Preis angekauft werden können. So werde alle zwei Jahre ein zentrales Werk des Brockmann-Preisträgers für die Sammlung erworben. „Auch das ein Stück Künstlerförderung“, sagt er.

 Das neue Kunstjahr beginnt Mitte März mit Fotografie. Der dritte Blick lautet der Titel einer Ausstellung mit „fotografischen Positionen einer Umbruchsgeneration“. Gemeint sind damit Fotografen, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren in der DDR geboren wurden. Die Schau in Kooperation mit dem Berliner Verein Perspektive hoch 3 und der Kuratorin Sabine Weier fragt danach, wie die Umbruchserfahrungen der Fotografen im wiedervereinigten Deutschland die künstlerische Praxis beeinflussten.

 Die Jugend dieser Generation sei geprägt vom Systemwandel und vom Verlust von Gewissheiten, von Aufbruch und Neuverortung, mitunter von politisierten, konfliktreichen familiären Beziehungen, so die Kuratorin. Unter den Fotografen sind so bekannte Namen wie Julian Röder oder Andreas Mühe, Sohn des verstorbenen Schauspielers Ulrich Mühe. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Reihe von Filmporträts, die Bezüge zwischen den Biografien der Künstler und ihren Arbeiten herstellen (12. März bis 8. Mai).

 Der Sammler Volker Feierabend ist seit 2007 ständiger Gast der Stadtgalerie. Mit dem von ihm gestifteten Kunstpreis seiner Stiftung VAF ermöglicht er ab Juni wieder einen Einblick in die junge italienische Szene. Nicht nur der Preis ist mit 50000 und jeweils 25000 Euro für zwei Förderpreise hoch dotiert, auch die Sammlung Feierabend, für die Architekt Mario Botta in Rovereto ein eigenes Museum baute, sei die größte mit italienischer Kunst der Gegenwart und „unbedingt sehenswert“, so Zeigerer (11. Juni bis 28. August).

 80 Namen zählt die Künstlerliste der Herbstausstellung unter dem Titel Passion. Fan-Verhalten und Kunst, die der Zusammenarbeit mit Christoph Tannert und dem Berliner Künstlerhaus Bethanien zu verdanken sei. Rockmusik und Phänomene der Fankultur stehen nicht dokumentarisch im Zentrum der Schau, sondern reflektieren künstlerisch die „Objekte der Begierde“. Kurator Christoph Tannert will auch die „Macht der analogen Botschaft“ spürbar werden lassen,. „Was man dokumentiert, fotografiert, filmt, auf Leinwand oder an die Wand malt, auf Sockel hebt, sich auf den Leib schreibt, das nimmt man wirklich ernst.“ Unter den Künstlern ist übrigens mit dem Maler René Schoemakers auch ein Kieler Künstler (17. September bis 13. November).

 2010 war die Stadtgalerie zum ersten Mal Gastgeberin der BBK-Landesschau. Die 63. Ausgabe bespielt ab Ende November traditionell die Winterzeit (26. November bis Februar 2017). Und auch baulich wird sich in diesem Jahr etwas verändern. Im Mai wird die veraltete Klimatisierung ausgetauscht, die noch aus Postzeiten stammt. Weil die neue Anlage viel weniger Platz braucht, kann die bislang im Keller verwahrte Grafiksammlung endlich im Erdgeschoss ihren Platz finden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3