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Luther und verborgene Opernschätze

Theater Kiel Luther und verborgene Opernschätze

Generalmusikdirektor Georg Fritzsch spürt angesichts großer Publikumsresonanz „Vertrauen“ in die neu erwachten Ausgrabungsambitionen des Kieler Opernhauses. Intendant Daniel Karasek hat Nordkirchen-Bischof Gerhard Ulrich für ein "Luther"-Projekt mit dem Autoren-Duo Zaimoglu/Senkel an der Seite.

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Das Führungsteam am Theater Kiel (v.li.n.re.): Intendant Daniel Karasek, Geschäftsführer Rolf-Peter Carl, Werftpark-Chefin Astrid Großgasteiger, das Ballett-Führungsduo Yaroslav Ivanenko und Heather Juergensen, Operndirektor Reinhard Linden und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Feridun Zaimoglu und Günter Senkel schreiben ein Theaterstück, das zum 500-jährigen Reformationsjubiläum den Wittenberger Martin Luther im Jahr 1540 im Kontext eines Hexenprozesses beleuchtet. Bischof Ulrich, einst selber Schauspieler, verspricht sich eine "kontroverse Perspektive" auf die Person des Reformators. Karasek bettet die Uraufführung in ein Schauspielprogramm mit Werken von Ibsen, Shakespeare, Ayckbourn, Frisch und Schimmelpfenning ein. Die "Räuber"-Rockoper nach Schiller wird "indoor" wiederaufgenommen.

Da Meyerbeers "Hugenotten" und Rossinis "Il viaggio a Reims" Renner der laufenden Saison sind, will die Oper 2017/18 nachlegen: Rossinis "Guillaume Tell" und Rachmaninows  Einakter "Aleko" und "Francesca da Rimini" sind geplante Raritäten. Schon 1675 schuf ein gewisser Giovanni Legrenzi eine Art venezianischen Opernhit des späten 18. Jahrhunderts. Heute ist die Götter-Parodie rund um Venus’ Erotik und die titelgebende "Aufteilung der Welt" fast vergessen. Kiel will das ändern. Des weiteren sollen Verdis "Maskenball" und Strauss' "Arabella" nach über dreißig Jahren wieder im Opernhaus zu erleben sein.

Das Ballett plant "La Sylphide" als Hommage an die romantische Tradition, während Ballettchef Yaroslav Ivanenko zwei Tanzstücke nach Komponisten und Songwritern wie Antonin Comestaz oder Ray Charles kreieren will. Das junge Theater im Werftpark will sein Nachwuchspublikum mit Literaturtheater nach Otfried Preußler, Jack London oder Stanislaw Lem.

GMD Fritzsch präsentiert im Konzert Stars wie den Cellisten Maximilian Hornung, die Geigerinnen Hyeyoon Park und Baiba Skride, die Klarinettistin Sharon Kam sowie die Pianisten Dezsö Ránki, Olli Mustonen und Alexander Krichel.

Weil die Sommeroper "Turandot" und die späten Ferien so viele hauseigene Kräfte binden, wird die Saisoneröffnung dem Unterhaltungsgenre zugeschlagen. Ricarda Regina Ludigkeit choreografiert mit "Fame" diesmal einen 80er-Jahre-Musical-Hit.

All das soll in einer Spielzeit gelingen, in der Fritzsch und Daniel Karasek den Wagnerschen "Ring" mit der "Götterdämmerung" runden.

Von Christian Strehk

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Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der gute Rat aus altgriechischem Wissensfundus findet wieder mehr Beachtung am Theater Kiel.

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