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Die zehn schlechtesten Musikvideos aller Zeiten

Von Cher bis Survivor Die zehn schlechtesten Musikvideos aller Zeiten

Der allererste Musikvideo-Clip wird Bob Dylan zugeschrieben. Zu  „Subterranean Homesick Blues“ lässt Bob Dylan Plakat für Plakat fallen, nicht immer im passenden Moment. Aber misslungen ist das mitnichten, hat Geschichte geschrieben. Da gibt es ganz andere Fälle - hier folgen zehn ganz besonders schlimme.

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Duck Sauce liegt im Rennen um das schlechteste Musikvideo ganz weit vorne.

Quelle: Screenshot: Youtube

Subterranean Homesick Blues - Bob Dylan

Der allererste Musikvideo-Clip wird Bob Dylan zugeschrieben. Zu  „Subterranean Homesick Blues“ steht der berühmte Singer-Songwriter unweit einiger Müllsäcke. Mit einem Stapel Plakate in Schulterhöhe, darauf die Endreime des Songs. Mit gleichgültigem Gesicht lässt Dylan Plakat für Plakat fallen, nicht immer im passenden Moment.

Immortal - Call Of The Wintermoon

Maskierte Schrate, einer mit spitzem Zauberer-Hut, hüpfen, rennen, stapfen zu schlimmem Geboller durch einen giftgrünen Wald oder auch mal durch eine Ruine. Stieren grimmig, züngeln, spucken Feuer, schwenken Waffen, werfen sich in peinliche Posen. Immortal, eine der populärsten norwegischen Black-Metal-Bands der 90er, liefert zu diesem Song von ihrem Album “Diabolical Fullmoon Mysticism” (1992) ein in nur zwei Stunden abgedrehtes Video ab, das von einer exquisiten unfreiwilligen Komik ist.

Lisa Gail Allred - 3 Second Rule

Cowboys in der Schule, unterrichtet von einer überschminkten Blondine, die nicht singen kann. Lektion: „Wenn Du arbeitest, arbeite. Wenn Du spielst, spiel. Immer eins zurzeit.“ Die texanische Country-Sängerin Lisa Gail Allred hat das üble Video zu ihrem billigen Country-Pop-Song nach vernichtenden Kommentaren lieber löschen lassen, aber es wurde fix erneut gepostet. Das der einzige schwarze Cowboy-Darsteller allein in der letzten Reihe sitzen muss und auch beim Line-Dance ganz hinten tanzt, ist von ausgesucht rassistischer Degoutanz, passt aber gut zum Country-Genre.    

Duck Sauce - Big Bad Wolf

Könnte durchaus Destillat eines unguten Drogen-Trips sein. Ein Koch und ein Klamottenverkäufer spüren beim Anblick weiblicher Reize plötzlich riesige Beulen im Schritt, die sich bei näherer Betrachtung als die Köpfe der beiden Mitglieder des US-kanadischen DJ-Duos Duck Sauce entpuppen. Ein mehr als schräger pubertärer Witz, der dann in der Folge mit großer Lust an Geschmacklosigkeiten ausgeweidet wird. Noch ein größerer Witz ist es aber, dass das 2011 veröffentlichte Video beim “MTV Video Music Award” sowohl als bestes Dance-Video als auch für die beste Regie nominiert war. 

Survivor - Eye Of The Tiger

 

Wie Survivor-Sänger Dave Bickler zum ersten Gitarrenriff-Punch von links ins Straßenbild der Amüsiermeile sticht, wie er sich dann im Takt mit finster-entschlossener Miene mit einem kantigen Kopfrucken umschaut, ist zum Brüllen unfreiwillig komisch. Im Takt des prominentesten Tracks aus dem dritten „Rocky“-Film marschiert er los, passend zum Barrett auf dem Kopf. Nach und nach schließen sich mit ähnlich grimmig-entschlossenem Gesichtausdruck die übrigen vier Mitglieder der US-Rockband an. “Rising up, back on the street.” Dann geht’s zum Mucken in eine Halle, der Rest ist ein dröge abfilmtes Proben-Video mit einer im künstlichen Wind wabernden schwarzen Plastikplane im Hintergrund.

Kate Bush - Wuthering Heights

Der grandiose Song, der Kate Bushs famose Karriere schon als Debütatin in kosmische Höhen schoss, hätte eine ebenso grandiose filmische Umsetzung verdient. Zumal der britischen Sängerin als Vorlage der gleichnamigen Roman der viktorianischen Autorin Emily Jane Brontë gedient hat. Edle Gewänder, höfisches Leben - Fehlanzeige. Stattdessen übt sich die schöne Kate, in ein luftiges rotes Kleid gehüllt, in einem öden, künstlichem Nebel durchzogenen englischen Landstrich in einer unerträglich affektierten Mischung aus Ausdruckstanz und Ballett. Es existiert noch eine zweite Version, indoor aufgenommen, doch die ist auch nicht viel besser.

Cher - If I Could Turn Back Time

Kennen bestimmt viele noch aus seligen MTV-Tagen, da lief dieses Truppenbetreungs-Video einst in “heavy rotation”. Waffen und (halb)nackte Frauen - eine Kombination, die möglicherweise vor allem Männer in der Staaten antörnt. Die Kadetten-Darsteller auf der USS Missouri sind jedenfalls komplett aus der Kaserne, äh, aus dem Häuschen, als die US-amerikanische Sängerin zu dem schlimmen Song über das Schlachtschiff, in einem transparenten Fummel plus Lederjacke, in dem sie eigentlich noch nackter als nackt wirkt. Grotesk peinlicher Höhepunkt des Musikvideo-Machwerks ist Chers Ritt auf einer der errigierten Schiffskanonen. Ein Film gewordenes Spindposter.

Rebecca Black – Friday

Vom britischen Magazin “New Musical Express” zum miesesten Musikvideo gekürt – und vielleicht auch deshalb als Youtube-Video sagenhafte fast 97 Millionen Mal geklickt. Der läppische Pop-Song - dargeboten mit Quäk-Stimme und übel wummerndem Drumbeat - erzählt, wie toll es ist, wenn endlich der Freitag kommt und Partytime ist. Herzig die unzureichend kaschierten Hautunreinheiten der Teens im schicken Cabrio, der billige Bildmontage-Effekt während der nächtlichen Autofahrt weckt Erinnerungen an Kinofilme aus den 50er Jahren. Gruselig. 

Pixies – Velouria

Was wollen uns die Pixies wohl damit sagen? Der Weg zu einem miserablen Musikvideo kann ein steiniger sein? Zumindest scheint die US-Indie-Rockband  Spaß zu haben, wie sie da von einer komplett statischen, immerhin auch mal zoomenden Kamera eingefangen in Super-Slow-Motion über ein Feld aus Steinbrocken stolpert, und sich wohl wenigstens nicht verletzt. Der Zuschauer hat keinen Spaß, es sei denn, er ist Geologe.

Danii Minogue - This Is It

Dieses Musikvideo war in einem früheren Leben ein Bonbon. Dannii Minoque, jüngere Schwester der um einiges erfolgreicheren Kylie Minogue, hopst oder rollt zu diesem verbrecherischen Plastik-Cover eines Hits der Soul-Sängerin Melba Moore am Strand herum. Sie steckt in einem knallbunten Beachdress, wie auch das übrige künstlich und völlig grundlos ausgelassene Strandvolk. Bunte Wasserbälle fliegen durchs Bild, ein Schwertfisch ragt hinenin, ein Wegweiser weiß sinnfrei den Weg nach Paraguay, Spanien, vielleicht auch nach Taka-Tuka-Land.

The Darkness - I Believe In A Thing Called Love

Sauschlecht, aber wenigstens absichtlich. Die britische Band The Darkness hat es auf ein Raumschiff verschlagen. Sänger Justin Hawkins entsteigt einem Bad mit gepixeltem Nackt-Po, frottiert sich mit einem stark behaarten Alien ab und räkelt sich hernach auf einem Satin-Lager. Sinnlich wie eine überlagerte Sardine. Hinten kollidieren zwei nackte Frauenskulpturen. Dann stößt der Rest der Band hinzu. Später sieht man eine gigantische Mauer aus Marshall-Boxen, eine Monsterkrake attackiert das Raumschiff, Blitze zucken aus Gitarrenhälsen. Eine komplett durchgeknallte Parodie, über 21 Millionen Klicks auf Youtube.

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