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Haydn und das Baryton

SHMF Haydn und das Baryton

Eine musikhistorische Lehrstunde auf Schloss Gottorf: Beim „Wandelkonzert“ durch Hirschsaal, Schlosskapelle und Kreuzstall standen am Sonntagnachmittag die frühen Dienerjahre des aufstrebenden SHMF-Schwerpunktkomponisten Joseph Haydn im Mittelpunkt.

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Ein fulminanter Abend im Zirkus Schneider

Violone-Spieler Florian Wieninger (rechts) mit den Baryton-Interpreten Michael Brüssing und Eva Neunhäuserer im Kreuzstall von Schloss Gottorf.

Quelle: Axel Nickolaus

Schleswig. Da entführten die Wiener Alte-Musik-Spezialisten von Dolce Risonanza die Hörer an den burgenländischen Hof der Esterhazy, plauderte Bassist Florian Wieninger erhellend aus dem Nähkästchen der „fürstlichen Capell- und Cammer-Musique“, wurde Haydns schwieriger, aber wichtiger Kapellmeister-Vorgesetzter und -Vorgänger Gregor Joseph Werner genauso greifbar wie der italienische Konzertmeister Aloisio Luigi Tomasini jenes brillanten Orchesters, das dem baldigen Vater der Wiener Klassik als klingendes Laboratorium zunutze war.

Dolce Risonanza brachte mit bisweilen heftig windschiefer Intonation und etwas überkorrekt durchbuchstabierter Spiel- und Stildisziplin auch gewisse Schwächen der Darmsaiten-Fraktion mit, sorgte aber unter anderem mit der Präsentation von zwei Baryton-Instrumenten auch für große Aha-Effekte: Das komplexe Lieblingsinstrument von Haydns Förderer Fürst Nikolaus stammt aus der Gamben-Familie und ist mit seinen zusätzlichen Resonanzsaiten zu reizvoll raumgreifenden Klängen und gezupften Begleitstimmen fähig.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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