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Punk, Pop, Karacho und große Sprünge

Donots in Kiel Punk, Pop, Karacho und große Sprünge

Kiel als einer von drei Orten, in denen das neue Album „Karacho“ komplett am Stück gespielt wird, ein Saal in Ekstase, Circle-Pit mit Spenden gegen Nazis, Sänger Ingo Knollmann, ein Energiebündel aus Adrenalin und Wahnsinn, springt aus einem Technikraum über dem Saal in die Menge: Das Konzert der Donots war reich an Höhepunkten und Besonderheiten.

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Die Donots gaben beim Konzert in Kiel alles.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Eine gute Liveband sind sie sowieso, das hat der westfälische Fünfer in den letzten zwanzig Jahren auch in Kiel schon häufig unter Beweis gestellt. Allerdings ist das neue Album „Karacho“ nochmal etwas Besonderes, weil es das erste deutschsprachige ist. Ausgiebig vorgestellt hat die Band es auf der langen Tour bereits mehrfach, doch nur drei Clubs (ausgelost auf Klopapier) kommen in den Genuss des gesamten Albums. Kiel und somit die Pumpe sind dabei und kriegen gleich mit dem Opener „Ich mach nicht mehr mit“ einen famosen Song um die Ohren gehauen. Wie ein Punk-Shuffle-Express rauscht der Song durch die Gehörgänge, verhakt sich der Refrain und eh man merkt, was gerade geschieht, ist man mitbrüllend und mit geballter Faust Teil der Ekstase. Die setzt sich fort in „Dann ohne mich“, ein Song gegen Fremdenfeindlichkeit, mit dem die Band beim Bundesvision Song Contest 2015 Zweiter wurde.

„Karacho“ gilt als das härteste Donots-Album seit langem, das mag an Krachern wie „Hier aber weg“ liegen, dennoch sind auch Midtempo-Songs wie „Kopf bleibt oben“ oder die live zum Glück etwas dreckiger klingende Ballade „Weiter“ dabei.

Sänger Ingo „Donot“ Knollmann und sein Bruder Guido an der wunderbaren Gitarre im selbst errockten Vintage-Look sind die Aktivposten der Band, bei Songs wie „Problem kein Problem“ oder „Dead Man Walking“ übernimmt Guido gar den Leadgesang.

In die Arme der Fans

Punkattitüde, Humor, griffige Songs nach dem Motto „Ich bin nicht stolz auf meine Fehler, aber dankbar für jeden“ und die große Publikumsnähe sind das Erfolgsrezept der Donots. Amüsante Ideen im Dienste einer guten Sache wie mit Spendenbüchsen für die Initiative „Kein Bock auf Nazis“ im kreisenden Circle-Pit im Publikum zu stehen, runden das Band-Image ab. Und alle die, die sich mit Donots auf Deutsch noch schwertun oder wie eine Frau im Publikum der Band gar Schläge androhen, wenn sie „die alten Sachen“ nicht spielen, werden im zweiten Teil der Show beruhigt: „Whatever Happened To The 80s“, „Calling“, „Wake The Dogs“ , „Stop The Clocks“ oder der Twisted-Sister-Klassiker „We`re Not Gonna Take It“, der für die Donots selbst zum Hit wurde, machen den Saal zur kompletten Party-Zone. Zu letzterem Song lässt sich Ingo vom Publikum Richtung eines kleinen Technikraumes über dem Saal tragen, wird von dort hochgezogen, überlässt den textsicheren Anwesenden dort kurz das Mikro und springt danach zurück in die Arme der Fans.

„So Long“, im Duett mit dem großartigen Frank Turner entstanden, bedeutet den Abschied von den Donots. „Bleib doch einfach hier unten bei uns“, hatte ein Fan Sänger Ingo nach einem Ausflug ins Publikum gebeten. Das sind Ingo und Band eigentlich immer, nur auf der Bühne kann man sie besser sehen. kpb

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