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Starkes Lebenszeichen: Mozarts Requiem

EBG-Ensembles Starkes Lebenszeichen: Mozarts Requiem

Mozarts „Requiem“ hat es in sich – sowieso mit seiner einzigartig ausdrucksstarken, beinahe schon existenzialistischen Sicht auf letzte Dinge, auch schon rein aufführungstechnisch. Umso bemerkenswerter, wenn Heerscharen von ganz jungen Menschen mit ihm ein mitreißendes Konzert gelingt.

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In der Petruskirche präsentierte das Ensemble des Ernst-Barlach-Gymnasiums Mozarts unvollendetes Weltabschiedswerk.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. In der ausverkauften Petruskirche erhält Mozarts unvollendetes Weltabschiedswerk von den vereinigten Ensembles des Ernst-Barlach-Gymnasiums ein stimmiges Klanggewand. Mal zartleuchtend und zerbrechlich, mal erregt aufbrausend. Der Dirigent Alexander Mottok kann mit viel Übersicht am Pult auf einen gut 100-köpfigen Chor zählen, der sanft in Sopran und Alt sowie eine Spur kerniger in den Männerstimmen geradezu glüht vor Elan. Einstudiert von Michael Kasch, Brigitte Taubitz (die auch dem homogen oratorisch gepolten Solistenquartett mit Nicole Dellabona, Michael Connaire und Julian Redlin angehört) und Wulf-Henning Steffen stehen bei ihm Intonation, Sprachpräzision und Legatofluss in schönem Verhältnis.

Mottok hat zuvor schon mit einer farbkräftigen eigenen Orchesterfassung von Mozarts Adagio und Fuge c-Moll KV 546 bewiesen, dass sein Sinfonieorchester am EBG sich vibratoarm stilkundig geben kann und trotzdem präromantische Intensität entwickelt. Im Requiem begeistern die starken dynamischen Kontraste, das Aufflammen des Sanctus, die kühne Rasanz der rahmenden Fugen. Kiels Musikgymnasium hat wieder ein starkes Zeichen gesetzt.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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