13 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Heile Stimme trotz rebellischer Attitüde

Echorev in der Hansa48 Heile Stimme trotz rebellischer Attitüde

Kiel strömt – aber am Pfingstsonnabend leider irgendwie nicht in die Hansa48. Objektiv betrachtet kann das nur zwei Gründe haben. Erstens: Das lange Pfingstwochenende fordert familiäre Präsenz. Zweitens ist das Elektro-Rock/Popduo Echorev bis dato offensichtlich einer eher ausgefuchsten Kennerschaft vertraut.

Voriger Artikel
Alte Musik, neue Poesie
Nächster Artikel
Neues Hansemuseum in Lübeck wird vorgestellt

Temperamentvolle Show am Pfingstwochenende: Echorev mit Johnny Nicholson und Drummer Jörn Bielfeldt.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Das sind dann aber auch schon die beiden einzigen Fakten, die man an diesem Abend mit Sicherheit benennen kann; das Übrige entzieht sich charmant jeder Kategorie. Soll das ganze nun ein Rockkonzert mit Stuhlreihen, eine spontane Live-Probe oder doch eher eine zu merkwürdiger Stunde begonnene Tanzveranstaltung sein? Man weiß es nicht. From the light into the darkness and back again kündigt das Duo seinen Gig an und vor dem geistigen Auge schwirrt eine Armada aus Synthie-Psychodelikum, Dark Side of the moon und Selbstfindungsparolen herum.

 Johnny Nicholson, der kalifornische Sänger/Songwriter des Duos, spricht zunächst wenig, wirkt sympathisch, sehr konzentriert und ist optisch ideal ausgestattet für die Generation, die mit Prinzessin Fantaghiro aufgewachsen ist. Zudem hat er eine für seine rebellische Attitüde erstaunlich heile Stimme. Schublade hin oder her, tatsächlich versammelt sich im Limbischen Cortex mit den Live-Loops von Drummer Jörn Bielfeldt ein erstaunliches Gipfeltreffen aus Air, Phantogram, ein bisschen Tocotronic, ein bisschen Kraftklub, viel Eigenartiges. Manche Songs verschleudern ihr harmonisches Material zwar innerhalb der ersten 20 Sekunden, aber wieso sollte man sich dem entziehen, das so schön die Gastritis massiert? I shall be released ist die Freischwimmerurkunde von Papa Dylan und ansonsten eine ebenso unausweichlich wie schöne Zugaben-Ballade. Bei Secret feeling rastete Bielfeldt völlig aus, und die mittlerweile deutlich besser besuchte und sichtlich beeindruckte Halle johlt. Shake ya body ’til ist breaks. Gern geschehen!

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Elisa Meyer-Bohe