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Eintritt frei in den städtischen Museen

Ab Mitte September Eintritt frei in den städtischen Museen

77.703 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Ausstellungen und Sammlungen der beiden städtischen Kieler Museen, Stadt- und Schifffahrtsmuseum und Stadtgalerie. Es könnten gern noch mehr werden, war die einhellige Meinung der Ratsversammlung. Deshalb gilt ab Mitte September freier Eintritt.

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Noch zahlende Besucher: Museumsmitarbeiterin Michaela Petersen empfängt die hessische Urlauberfamilie Grünewald im Schifffahrtsmuseum Fischhalle.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Die Stadt will sich Zeit geben. „Zwei Jahre lang wollen wir schauen, wie sich das entwickelt“, sagt Kiels Kulturdezernent Wolfgang Röttgers. Dabei steigt man zwischen Dänischer und Andreas-Gayk-Straße nicht vom hohen Sockel herab: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben schon jetzt freien Eintritt, der ermäßigte Eintritt kostet gerade mal einen Euro. Mit einer Tageskarte kann man alle drei Standorte für vier Euro (ermäßigt 1 Euro) besuchen. Dennoch, eine Eintrittskarte an der Kasse zu lösen, gilt als Hemmschwelle, die es abzubauen gilt. Und wie schön zu hören, dass Geld in diesem Zusammenhang einmal nicht das Handeln diktiert. Etwa 100000 Euro landen jährlich durch Eintrittsgelder in der Stadtkasse. Keine Unsummen, aber Mittel, auf die man nicht ganz verzichten möchte. Wolfgang Röttgers will deshalb an die Spendenbereitschaft der Bürger appellieren. Nun wissen die Praktiker, dass es mit einem noch so freundlich grienenden Sparschwein am Eingang allein nicht getan ist. Kulturamtsleiter Michael Reiter spricht von 2000 Euro, die vor 2005 jährlich in der Plexiglasbox landeten, als in der Stadtgalerie noch kein Eintritt erhoben wurde. Er weiß aber aus Erfahrung, dass die Spendenbereitschaft wächst, wenn für ganz konkrete Aktionen oder Erwerbungen gesammelt wird. Deshalb werde aktuell überlegt, wie man das Spenden durch künstlerische Mitmachaktionen zum positiv besetzten Erlebnis machen könne.

Das Kieler Modell ist allerdings andere Häuser im Land keine Option. Die Stiftungen in Lübeck und Schloss Gottorf können es sich nicht leisten, auf die Einnahmen zu verzichten. Auch für die Kieler Kunsthalle unter der Trägerschaft der Universität gilt weiterhin nur der Zutritt mit Eintrittskarte. 

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Ein Artikel von
Maren Kruse
Kulturredaktion

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