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Auf der Suche nach dem Gesang

Kieler Philharmoniker Auf der Suche nach dem Gesang

Vergleichsweise kurz, durchweg kurzweilig und zugleich gewichtig ist das 7. Philharmonische Konzert, das Sonntagvormittag im gut besuchten Kieler Schloss viel Zustimmung findet. Neugierig ist man vor allem auf die Uraufführung von Thorsten Enckes Violoncellokonzert.

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Der Solist Christian Poltéra in Thorsten Enckes Cellokonzert mit den Kieler Philharmonikern unter Georg Fritzsch.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Man könne sein Cellokonzert als „Suche nach dem Gesang“ verstehen, meint Encke in der anschaulichen Konzerteinführung. Das bestätigt sich beim Hören. Meditativ beginnt das Solocello über diffusem Tiefklang mit einem erst aufsteigenden, dann in die Tiefe rutschenden Gedanken, der später mehrfach wiederkehrt. Tonrepetitionen, schroffe Klanggesten, rotierende Figuren verdichten sich, das Schlagwerk setzt Impulse.

Faszinierend sind etliche aparte klangliche Beleuchtungswechsel, die die konzertante „Geschichte“ immer wieder in ungeahntes neues Licht tauchen. Den Gesang stimmt das Cello gegen Ende des Werkes tatsächlich an.

Solist Christian Poltéra wird mit wandlungsfähigem Ton, Durchsetzungskraft, cellistischer Sprachmacht und Gesangsintensität zum idealen Interpreten. Und das Philharmonische Orchester, von Fritzsch bestens koordiniert und inspiriert, spielt frei, präzise und intensiv, ist also ein Partner auf Augenhöhe. Da atmet die Uraufführung bewundernswerte Selbstverständlichkeit und wird lang anhaltend gefeiert.

Das haben auch die Wiedergabe von Beethovens selten gespielter 1. Leonoren-Ouvertüre op. 138 und Mendelssohns „Italienische“ Sinfonie verdient, die Fritzsch und das Orchester in schöner Abstimmung von Vorwärtsstreben und Detailliebe musizieren.

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