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Kammermusik als Lebensinhalt

Erik Schumann beim SHMF Kammermusik als Lebensinhalt

Der junge Geiger Erik Schumann zählt ohne Frage zu den "gehyptesten" jungen deutschen Geigern. Solistisch wie auch mit seinem Quartett hat er bereits zahlreiche Preise errungen und ist auf einigen der renommiertesten internationalen Festivals aufgetreten.

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Bernstein-Preisträger Erik Schumann, Violine.

Quelle: Thorsten Hönig

Kiel. Als Solist konzertierte der 1982 in Köln geborene Geiger unter anderem mit dem NDR Sinfonieorchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Orchestre de Paris, dem Chicago Symphony Orchestra und vielen anderen mehr. Aber auch als Beispiel für die lebendige Tradition des Musizierens im Familienkreis wird man bei dem Geiger Erik Schumann fündig. In einem musikalischen Elternhaus mit deutsch-rumänisch-japanischen Wurzeln aufgewachsen, widmet er sich zusammen mit zwei Brüdern dem Streichquartett. Am Freitag ist der Bernstein-Award-Preisträger des Jahres 2004 in der Tschaikowsky Nacht im Kieler Schloss und am Sonnabend zusammen mit den Bernstein-Award-Preisträgern Anna Vinnitskaya (Klavier) und Leonard Elschenbroich (Cello) im Plöner Schloss zu erleben. Andreas Guballa hat mit dem 33jährigen gesprochen.

2004 wurden Sie mit dem „Bernstein Award“ des Schleswig-Holstein Musik Festivals ausgezeichnet.Was bedeutet Ihnen heute noch dieser Preis?

Mir ist der Preis heute noch sehr wichtig. Zum einen, weil ich Leonard Bernstein über alles liebe. Zum anderen fühle ich mich in der Reihe der anderen Preisträger sehr geehrt. Der Preis hat mir damals für die weitere Karriere viele Türen geöffnet.

Gerade haben Sie zusammen mit Ihrem Bruder Mark Schumann und den Nürnberger Symphonikern das Violinkonzert sowie das Doppelkonzert von Johannes Brahms eingespielt. Sie treten aber auch verstärkt als Kammermusiker in Erscheinung und sind Primarius des Schumann Quartetts. Wie sind Sie zur Kammermusik gekommen?

 Eigentlich bin ich im Alter von 14 Jahren durch Christoph Eschenbach zur Kammermusik gekommen, der mich nach einem Vorspielen gleich auf einen Kammermusik-Kurs in Chicago geschickt hat. Damals hatte ich keinerlei Kammermusik-Erfahrung und hatte Schwierigkeiten, mich auf andere einzulassen und deren Impulse aufzunehmen. Das richtige Kommunizieren lernt man im Endeffekt nur bei der Kammermusik. Und es beeinflusst auch die Solo-Konzerte. Ich fühle mich in der Kammermusik sehr wohl und kann mir vorstellen das auch bis ins hohe Alter zu machen. Insbesondere das Zusammenspiel mit einem festen Streichquartett ist für mich momentan die musikalisch erfüllenste und inzwischen zum Zentrum meines Musizierens geworden. Man bekommt einen intimeren Zugang zu den Werken, weil man wie ein Dirigent die Partitur viel intensiver erarbeitet. Außerdem geht es im Quartettspiel vor allem darum, gemeinsam Dinge auszuprobieren und die Meinungen des Gegenübers so anzunehmen wie die eigene.

 Am 24. und 25. Juli sind Sie erneut zu Gast beim SHMF und treffen auf zwei weitere Bernstein Award Preisträger bei einem Tschaikowsky Programm. Was reizt Sie persönlich an seiner Musik?

 Tschaikowsky berührt mich jedes Mal an einer ganz bestimmten Stelle. Seine Musik ist sehr erzählerisch und märchenhaft. Er hat zwar ganz wunderbare Kammermusik geschrieben – leider wird sie viel zu selten gespielt. Sie führt ein Nischendasein, und das obwohl sie alles zu bieten hat, was den Reiz dieser intimen Kunst ausmacht. Am Freitagabend in Kiel erwartet das Publikum ein ganzer Marathon. Mit meinem Quartett spielen wir „Souvenir de Florence“, eines meiner Lieblings-Kammermusikstücke. Außerdem stehen auch kleinere Werke für Violine bzw. Violoncello und Klavier auf dem Programm. Am Sonnabend in Plön spiele ich mit Anna Vinnitskaya und Leonard Elschenbroich das Klaviertrio a-Moll op. 50, eines der herrlichsten Werke der gesamten Klaviertrioliteratur, das alle Schattierungen musikalischer Emotionen auslotet.

SHMF-Termine am 24.7. (Tschaikowsky Nacht/ Kammermusikfest im Kieler Schloss) und 25.7. (Junge Meister - Klaviertrio im Plöner Schloss). Restkarten jeweils an der Abendkasse

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Die Landeshauptstadt wird allmählich zur Tschaikowsky-Hochburg. Am Semesterende hatte das Collegium musicum bereits das trotz seines Wirkungsgrads selten gespielte Zweite Klavierkonzert aus der musikgeschichtlichen Versenkung geholt; jetzt legte das SHMF in seinem Komponisten-Schwerpunkt damit nach.

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