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Erster Spatenstich für Museumsdepot

Schleswig Erster Spatenstich für Museumsdepot

Kulturministerin Spoorendonk spricht von einem Meilenstein für Schleswig-Holsteins Landesmuseen: Für mehrere Millionen Euro entsteht in Schleswig ein Museumsdepot mit modernster Klimatechnik. Es geht darum, die Sammlungsbestände für die Zukunft zu erhalten.

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Auch Objekte aus dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte im Schloss Gottorf sollen ab 2017 im zentralen Museumsdepot gelagert werden.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Schleswig. Schleswig-Holsteins Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) hat am Donnerstag in Schleswig symbolisch den ersten Spatenstich für ein hochmodernes Museumsdepot gemacht. Auf dem Gelände des Hesterbergs entsteht für 3,2 Millionen Euro ein neues Zentralmagazin für die schleswig-holsteinische Museumslandschaft. Der zweigeschossige Neubau mit 1600 Quadratmetern Depotfläche soll voraussichtlich Ende 2017 fertig sein. Spoorendonk sprach von einem Meilenstein für Schleswig-Holsteins Landesmuseen.

Außer dem Magazin-Neubau werden die früheren Gebäude auf dem Hesterberg, die zuvor als Landesmuseum für Volkskunde dienten, zu Museumsdepots umgestaltet. So entstehen zusätzliche 6500 Quadratmeter für die sachgemäße Lagerung von Kulturgütern. Insgesamt betragen die Kosten für den Neubau und die Umbauarbeiten 5,4 Millionen Euro.

Im Verhältnis zur Sammlung eines Museums würden allenfalls 10 bis 25 Prozent der Bestände in einer Ausstellung präsentiert, betonte Spoorendonk. „Magazin und Ausstellung müssen also miteinander verzahnt sein. Dies ermöglichen wir nun für die Stiftungsmuseen durch den Bau dieses vorbildlichen Magazins.“

Der Neubau biete modernste Klimatechnik mit unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit und Wärmekammern, so dass Objekte etwa aus Holz oder Metall ideal gelagert werden könnten, erklärte Guido Wendt, Geschäftsführer und Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf. Ohne die Unterstützung der Hamburger Hermann Reemtsma Stiftung in Höhe von 500 000 Euro hätte der Neubau nicht wie geplant errichtet werden können. Außerdem stelle die Stiftung weitere 500 000 Euro bereit für die Digitalisierung der Bestände des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte.

In den Depots auf dem Hesterberg sollen unter anderem die Kutschensammlung des Landes, Bestände des Volkskundemuseums oder Objekte des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte gelagert werden. „Es geht um die Sicherung unseres Sammlungsbestandes“, sagte Wendt.

Das Landesmuseum Volkskunde war 2013 umgezogen. Seitdem ist es auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Molfsee bei Kiel untergebracht.

Die Landesregierung unterstützt die Modernisierung der Landesmuseen trotz angespannter Haushaltslage nach eigenen Angaben „nachdrücklich“: Die institutionelle Förderung wurde für 2016 um 1,2 Millionen Euro aufgestockt. Die Modernisierung des Wikinger-Museums Haithabu wird mit 3,45 Millionen Euro gefördert. Und für das neue Ausstellungshaus in Molfsee sind zehn Millionen Euro vorgesehen.

Der Landeszuschuss für sämtliche Umbauten des Hesterbergs zum Magazinstandort beträgt laut Spoorendonk 4,9 Millionen Euro. Die Ministerin dankte ausdrücklich der Hamburger Reemtsma-Stiftung, die den Landesmuseen schon wiederholt großzügig geholfen habe. „Ich denke an das Globus-Haus und die Restaurierung des Gottorfer Codex.“ Auch diesmal ermögliche die Stiftung mit ihrer Großzügigkeit, „dass dieses Projekt ohne Abstriche möglich ist“, sagte Spoorendonk.

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