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Im Einklang mit der Natur

Eutiner Festspiele Im Einklang mit der Natur

Die Eutiner Festspiele rüsten 2016 kräftig auf. Für das Jahr der Landesgartenschau sind im Internet bereits 30 Termine zwischen dem 22. Juni und dem 31. August fixiert. Nach fünfjähriger Abstinenz kehrt der Freischütz zurück auf den Grünen Hügel in der Geburtsstadt Carl Maria von Webers.

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Intendantin Dominique Caron (links) und Geschäftsführerin Sabine Kuhnert, die im Amt bleibt.

Quelle: og

Eutin. Eine neue Herausforderung für Intendantin Dominique Caron, die außerdem ihrer Carmen von 2013 einen neuen Schliff geben und den Vogelhändler aus diesem Jahr übernehmen will.

Die Eutiner Festspiele rüsten 2016 kräftig auf. Für das Jahr der Landesgartenschau sind im Internet bereits 30 Termine zwischen dem 22. Juni und dem 31. August fixiert. Nach fünfjähriger Abstinenz kehrt der Freischütz zurück auf den Grünen Hügel in der Geburtsstadt Carl Maria von Webers. Eine neue Herausforderung für Intendantin Dominique Caron, die außerdem ihrer Carmen von 2013 einen neuen Schliff geben und den Vogelhändler aus diesem Jahr übernehmen will. Neben diesen drei großen Produktionen wollen die Festspiele auch auf den Bühnen der fünf „Kulturgärten“ Präsenz etwa mit Kinderproduktionen zeigen. Und planen einen neuen Aufschlag mit Carl Orffs Carmina Burana. Hier wird die von Martin West geleitete Eutiner Kantorei gemeinsam mit dem Münchner Motettenchor den Chorpart übernehmen. Bewährt hat sich in diesem Jahr die neu eingeführte Movie Night, die neben Gala-Abenden auch die dann 66. Saison beschließen soll.

 Es ist ein ehrgeiziges Programm, das Intendantin Caron mit Geschäftsführerin Sabine Kuhnert entwickelt hat. Mit dem 1,5-Millionen-Euro-Etat dieses Jahres ist das nicht zu realisieren. Aber es gebe positive Signale von Land und Stadt, sagt Sabine Kuhnert nach vielen bereits geführten Gesprächen. Genauso reifen strukturelle Überlegungen, in einem Zukunftsprozess die Festspiel-GmbH etwa durch neue Gesellschafter und damit neues Kapital zu stärken. Zur Unzeit gab es mitten in dieser Saison Störfeuer vom Beirat als Vertreter des Gesellschafters Wirtschaftsvereinigung Eutin. Im Ergebnis ist nach klaren Worten und klärenden Gesprächen wieder Ruhe eingekehrt: „Wir sind auf einem guten Weg“, heißt es unisono. Der Vertrag mit der tatkräftigen Geschäftsführerin wurde gegen das ursprüngliche Beiratsvotum um ein Jahr verlängert. Denn die Intendantin, deren Vertrag ebenfalls bis 2016 läuft, wie auch der weitgehend ehrenamtlich tätige Technische Direktor Arend Knoop wollten nicht ohne sie. Und die Geldgeber wollen Ruhe – wie jene Sponsoren, auf die man auch in diesem Jahr zählt, das Ergebnis auszugleichen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht, „wir können alle sehr zufrieden sein“, prognostiziert Kuhnert. Auch wenn genaue Zahlen noch nicht vorliegen, wurden bei einer Vorstellung weniger als 2014 mit diesmal 24180 Besuchern fast genauso viele Karten verkauft. Die Hälfte davon während der laufenden Saison, sagt die Geschäftsführerin – weshalb man zum Beispiel auch in der Kieler Bucht verstärkt geworben habe.

 2016 hilft die Landesgartenschau: „Sie ist ein Geschenk für die Festspiele mit ihrer Naturbühne“, sagt Intendantin Dominique Caron, die mit Elan ihre fünfte Spielzeit plant: „Ich habe Lust, die Festspiele weiter auszubauen, formidabler zu machen“. Dafür sollen mittelfristig „kleinere Produktionen, die ins Herz treffen“, hinzukommen, sollen Angebote für Kinder und Jugendliche stehen, auch jenseits der Freilichtbühne, etwa in den Schlossterrassen, in Zusammenarbeit mit dem Schloss oder dem Ostholstein Museum: Man ist da in gutem Kontakt. „Wir müssen die Menschen bewegen, weil wir bewegt sind“, beschreibt Caron ihre Motivation. Und die ihres Teams: „Wir haben gute Arbeit geleistet, und dafür erwarte ich Respekt“. Denn „wir wissen“, sagt die Intendantin, „dass wir rund 80 Prozent unserer Ausgaben einnehmen müssen. Das erfordert schon eine besondere Leistung“. Dafür setzt sie auf Eintracht, auch auf Transparenz. Und auf ein beständig hohes Niveau. In ihrem fünften Jahr kann Caron schon auf ein Ensemble hochkarätiger Sänger, wie Milana Butaeva oder auch Peggy Steiner, als Säulen auch neuer Produktionen zurückgreifen. Webers Freischütz, ein Schlüsselwerk der Romantik, ein Stück „mit sehr viel Angst“, sei sicher nicht einfach zu inszenieren. Aber die Regisseurin ist schon spürbar tief drin im Thema. Und das hat auf jeden Fall viel mit Natur zu tun.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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