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Die Seelenwelt des Eisernen Kanzlers

Factory Theater in Schleswig Die Seelenwelt des Eisernen Kanzlers

Das offizielle Bild Otto von Bismarcks ist das des Machtmenschen und Realpolitikers. Eine andere Seite des Eisernen Kanzlers präsentiert das Factory Theater in einer szenischen Installation, die Regisseurin Gaby Schelle mit André Becker, Dramaturg des Landestheaters Schleswig-Holstein, erarbeitet hat.

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Guido Bayer (l.) und Christian Nisslmüller teilen sich die Bismarck-Rolle, Florentine Weihe spielt Bismarcks Frau Johanna.

Quelle: Henrik Matzen

Schleswig. Inside Bismarck zeigt den Juristen vor seiner Politikkarriere – einen hitzigen jungen Mann, der mehrfach seinen Job verlor, hohe Spielschulden hatte und, weil er nichts mit sich anzufangen wusste, die verschuldeten Güter seines Vaters übernahm.

„Er war eine richtig verkrachte Existenz“, sagt Schelle, die überrascht war, als sie während ihrer Recherchen auf diese Facette stieß. Ihr Stück will den Menschen hinter dem Politiker beleuchten. Es basiert auf einem Briefwechsel, den Bismarck mit Johanna von Puttkammer führte, einer streng pietistisch erzogenen Adelstochter aus Pommern, die er im Juli 1847 heiratete. Wichtigste Quelle waren die Buchausgabe Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, bisher literarisch kaum ausgewertet. Als mühsam erwies sich die Suche nach Johannas Antworten, da wurde die Regisseurin mit Unterstützung der Bismarck Stiftung fündig. „Johanna war seine Rettung“, ist sie überzeugt. „Obwohl sie eine unpolitische Frau war, setzte sie sich mit ihm über alle wichtigen Themen auseinander.“

 So ist Johanna die heimliche Hauptfigur der Szenenfolge, die das Theater traditionell auch an ungewöhnlichen Spielstätten zeigt wie dem Kreuzstall in Gottorf, dem Atelierhaus im Anscharpark, dem Jüdischen Museum Rendsburg oder dem Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön. Die historischen Räume verleihen den Produktionen ein besonderes Flair und ersetzen ein aufwändiges Bühnenbild. Neben Florentine Weihe, die ihre erste Rolle im Factory Theater übernimmt, teilen Guido Bayer und Christian Nisslmüller sich die Rolle des jungen und des gealterten Bismarck.

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Ein Artikel von
Sabine Tholund

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