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Die Arena als Kunsttempel

„Schau der 1000 Bilder“ mit 100 Künstlern des BBK Die Arena als Kunsttempel

Wenn auf dem Parkplatz vor der Sparkassen-Arena hektische Betriebsamkeit herrscht, wenn aus aufgesperrten Kofferräumen unhandliche Gegenstände befördert und mit sichtbarer Anstrengung in die Halle geschleppt werden, dann steht die Eröffnung der „Schau der 1000 Bilder“ bevor. 100 Künstler des Bundesverbandes Bildender Künstler Schleswig-Holstein (BBK-SH) nehmen diesmal teil, darüber hinaus nutzen zwei Galerien die Plattform der Kunstmesse.

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Christof Klemmt (links) und Helmut R. Klein bieten Porträts aus Ton oder auf Papier – auch spontan gefertigt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Bereits gestern Abend durfte das Publikum „Aufbau-Luft“ schnuppern. „Die Leute mögen das“, sagt Monika Rathlev, Vorsitzende des Landesverbandes. „Und sie dürfen gerne sehen, wie die Künstler um die richtige Gestaltung ihres Standes ringen.“

 Bereits zum zwölften Mal verwandelt sich die Sparkassen-Arena für die Dauer eines Wochenendes in einen quirligen Kunsttempel. 2002 auf Initiative von Bernhard Schwichtenberg aus der Taufe gehoben, findet die „Schau der 1000 Bilder“ alle zwei Jahre statt. „Bei der Menge der Teilnehmer werden es diesmal wohl eher 5000 Bilder sein“, sinniert Rathlev, „hinzu kommen noch die dreidimensionalen Arbeiten.“ Die Künstlerin aus Neumünster ist bisher jedes Mal dabei gewesen. Sie genießt den Kontakt zum Publikum und freut sich darauf, Kollegen (wieder) zu treffen. „Im Grunde ist es wie ein Familientreffen, denn so groß ist die Kunstszene in Schleswig-Holstein ja nicht. Und ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie sich der Einzelne entwickelt hat.“

 Diese Ansicht teilen offenbar viele Künstler, wie sich beim Rundgang durch die Kojen-Landschaft schnell herausstellt. Die meisten Teilnehmer sind Wiederholungstäter - wie Birgit Rautenberg-Sturm. Für die Kieler Grafikerin, die ihre Radierplatten im Meer versenkt und die Spuren des Salzwassers auf kunstvolle Weise sichtbar macht, hat sich die Teilnahme bisher immer gelohnt. „Selbst wenn man wenig verkauft, trifft man immer interessante Leute“, so die leidenschaftliche Seglerin. Der Meinung ist auch Uta Kalthoff, die nach längerem Aufenthalt in Berlin seit einem Jahr wieder in Kiel lebt. „Für mich ist es ein Heimspiel, ich wohne um die Ecke“, freut sich die gebürtige Heidelbergerin, die spottlustige Collagen zum Thema „Schuh“ mitgebracht hat.

 Deutlich weiter ist der Weg für Carmen Mc Pherson. Nach vielen Jahren in Schleswig-Holstein lebt sie jetzt in Hanau . „Doch weil wir ein Boot hier liegen haben und daher im Sommer immer vor Ort sind, bin ich immer wieder gern dabei“, erzählt die Grafikerin, deren Collagen aus gefundenen Dias echte Hingucker sind. Wie die gebürtige Amerikanerin haben alle Messe-Teilnehmer in diesem Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Statt bisher 150 Euro mussten für die Koje 200 Euro aufgebracht werden. Monika Rathlev hat dafür eine einfache Erklärung: „Bei sechs Euro Eintritt pro Erwachsenen ist die Kojen-Miete eine notwendige Einnahme zur Finanzierung der Schau.“

 Und die ist bekanntlich zum Verkaufen da. Johannes Lorentzen hat diesbezüglich eine eigene Philosophie entwickelt: „Wenn man bestimmte Formate und Preise einhält, verkauft man gut“, so die Erfahrung des Kieler Malers, der zum achten Mal dabei ist. „Über 500 Euro wird es eng.“ Deshalb ist der studierte Grafik-Designer auch durchaus bereit, mit sich handeln zu lassen. „Auf einer Messe erwarten das die Leute.“

 Ein echtes Messe-Greenhorn und entsprechend voller Adrenalin ist Christof Klemmt. Der Mitbegründer des Kunstraum B hat sich zusammen mit Helmut R. Klein eine Aktion ausgedacht: An ihrem Stand können Besucher sich porträtieren lassen. „Die Porträts können für einen erschwinglichen Preis gleich mitgenommen werden.“ Für weitere Kurzweil sorgt Sinje Eggers mit einem Zeichenangebot für Kinder, wer will kann außerdem bei einer Rallye mitmachen und im Rahmen einer Tombola attraktive Preise gewinnen.

 Mit 3000 Besuchern rechnet Monika Rathlev bis Sonntagabend. Ihr Wunsch in diesem Sinne: „Wir hoffen, dass es regnet.“

 Sparkassen-Arena-Kiel. Sonnabend, 17. September, 10-21 Uhr, Sonntag 10-17 Uhr. Erwachsene 6 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei.

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