18 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Klischees mit eigener Botschaft

Silja Gothe im Bunker D Klischees mit eigener Botschaft

Eine elegant gekleidete Dame schaut melancholisch bis gelangweilt aus ihrem gemalten, mit Blumendekor nebst Totenkopf versehenen Bilderrahmen, die grimmig dreinblickende Katze auf ihrem Schoß könnte den Betrachter das Fürchten lehren. Im Comic-Stil in grellen Acrylfarben so detailfreudig wie plakativ gefasst, ist das Gemälde Love and Death mit der rätselhaften Katzenlady nicht untypisch für die Malerei von Silja Gothe.

Voriger Artikel
Picasso zieht 115 000 Besucher ins Ausstellungshaus
Nächster Artikel
Fil Campbell und Tom McFarland: Irische Weisen

Silja Gothe: „Love & Death“, Acryl auf Leinwand – zu sehen im Bunker D.

Quelle: *

Kiel. "Farbgrenze" nennt sie ihre Schau mit Arbeiten von 2010 bis heute, die am Donnerstag im Bunker D der Fachhochschule Kiel eröffnet wird.

 Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist ein Thema der Autodidaktin, deren künstlerisches Markenzeichen unter anderem die schrille Farbigkeit ihrer Bilder ist, weshalb sie ihrer Galerie das offensive Label „Fiesefarben“ verpasst hat. „Meine Farben sind knallig und bunt, aber immer harmonisch“, ist die Künstlerin überzeugt. Ob Hundeporträts in blaugrüngelb, ein knallrotes Spitzmaulnashorn oder blaugesichtige Kinder mit pinkfarbenen Hüten – der Ausdruck macht`s. Inspiriert von einer stattlichen Fotosammlung malt die gebürtige Preetzerin, was sie erlebt hat oder was ihr gerade in den Sinn kommt. Dabei arbeitet sie gern mit Klischees, denen sie dezent eine eigene „Botschaft“ unterschiebt.

 Da ist zum Beispiel die coole junge Frau auf einer blühenden Sommerwiese, die auf einer Decke mit modisch angesagtem Totenkopf-Design lümmelt. „Damals waren einige Menschen aus meinem privaten Umfeld gestorben und so weist das Design daraufhin, dass der Tod immer um uns ist.“ Nur auf den ersten Blick unschuldig gemeint ist auch die maritim gehaltene Szene mit Vater und Sohn, in der der Vater eine Angel und der Sohn einen Fisch in der Hand hält. „Vordergründig mag die klischeehafte Komposition romantisch-kitschig wirken. Der Fisch ist jedoch leider tot“, so ihre lakonische Feststellung.

 Allzu viel Tiefgang will die 47-Jährige in ihre oft auch sehr augenzwinkernden Motive jedoch nicht hineingeheimnissen. Was jeder Einzelne darin sieht, ist ihr im positiven Sinne gleichgültig. „Im Grunde macht der Betrachter das Bild für sich komplett. Man kann meine Arbeiten daher auch einfach nur dekorativ finden“, sagt Silja Gothe mit freundlichem Augenaufschlag. „Damit hätte ich kein Problem.“

 Bunker D. Schwentinestraße 11. Eröffnung morgen, Donnerstag, 18 Uhr. Bis 15. Juni. Geöffnet mittwochs 10-20 Uhr und nach Vereinbarung unter bunker-d@fh-kiel.de

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3