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Rasanter Wandel der Gegenwart in der Pumpe Kiel

Festival „Futurale“ Rasanter Wandel der Gegenwart in der Pumpe Kiel

Das Filmfestival „Futurale. Arbeiten 4.0“ vom 9. bis 15. Juni im Kino in der Pumpe beleuchtet aktuelle Entwicklungen. Begleitet von Diskussionen, bei denen im Anschluss an die Filme themenbezogene Gäste mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Und damit möglichst viele kommen, ist der Eintritt frei.

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Im niederländischen Film „Ik ben Alice“ freundet sich die Roboterpuppe Alice mit Frau Remkes an. Der Film gilt als der emotionalste Film der Reihe.

Quelle: Futurale

Kiel. Eine Roboterpuppe namens Alice, die sich in Rotterdam um alte Damen kümmert. Digitale Nomaden, die überall in der Welt ihr Büro aufschlagen können. Firmen, die ohne Hierarchien auskommen, oder die outuberin, die das Multitasking auf die Spitze treibt: Die Arbeitswelt befindet sich in rasanter Veränderung. Strukturen und Hierarchien lösen sich dabei ebenso auf wie die einst festen Bürozeiten und die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Eine Entwicklung mit vielen Unbekannten,

Initiiert hat die Dokumentarfilmreihe das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ausgehend von dem seit April 2015 in Arbeit befindlichen „Grünbuch Arbeiten 4.0“ und mit dem Ziel, die Bürger in die Diskussion und die Zukunftsgestaltung hineinzuziehen. Der israelische Film „Silicon Wadi“ gibt anhand von jungen Unternehmern in Tel Aviv Einblick in die schnelllebige und in Israel sehr ausgeprägte Welt der Start-ups. Eher klassisch dagegen die Arbeitsplätze, die in „Deine Arbeit, dein Leben“ besucht werden. Und in der preisgekrönten Doku „Print the Legend“ geht es um das Rennen um die Marktführung im 3D-Druck.

„Es geht um alle Facetten von Arbeit“, sagt Hans-Georg Reker vom Kino in der Pumpe, „und man hat selten Gelegenheit, einigen Phänomenen so nah zu kommen.“ Werden wir künftig von Maschinen ersetzt? Lieber soziale Netzwerke als Sozialversicherung? Können Roboter auch in die zwischenmenschliche Kommunikation eingreifen? Das sind nur einige der Fragen, die das Festival aufwirft.

Während die Filme in den bundesweit 25 teilnehmenden Städten gleich sind, hat man die Diskussionsrunden jeweils vor Ort besetzt. „Uns ist wichtig, dass die Gesprächspartner an die Region geknüpft sind“, sagt Organisatorin Britta Wilkening vom Filmverleih Barnsteiner in Ascheffel und hat eine spannende Gästeliste zusammengestellt. Zwar hat Arbeitsministerin Andrea Nahles ihren Besuch zur Eröffnung abgesagt; stattdessen kommt ihre Landeskollegin Kristin Alheit. Zur Youtube-Doku „Please Subscribe“ hoffen die Veranstalter auf Youtuber Alexi Bexi alias Alexander Böhm, der mit seinen Videos an die 900000 Abonnenten erreicht. Und nach „Print the Legend“ diskutieren Andreas Langfeld, 3D-Druck-Unternehmer, und Architekt Nils Krämer darüber, wie 3D-Druck die Welt verändert.

„Wichtig war uns, die Themen von jeweils mehreren Seiten zu beleuchten“, sagt Wilkening, die als Moderatoren Studenten der Fachhochschule Kiel gewonnen hat – allesamt Mitarbeiter beim Campus-Radio. „Ein sicherer Job oder Freiheit – die Frage betrifft alle“, sagt Martin Bauer, der die Diskussion zum Film „Digitale Nomaden“ übernommen hat und dabei neben Bloggerin Leonie Müller auch Regisseur Tim Jonischkat auf dem Podium hat. Kommilitonin Rachel Unzen ist gespannt, wie Rita Erlemann von der Awo und das Publikum auf „Ik ben Alice“ und den Einsatz der Roboterpuppe Alice in der Altenpflege reagieren werden: „Das ist wohl der emotionalste Film in der Reihe“, sagt sie, „auch weil der Roboter ja im Begriff ist, einen Menschen zu ersetzen.“ Das aber, so die Veranstalter, macht die Reihe aus: Sie hat einen vielfältigen, auch kritischen Blick auf die Entwicklungen.

Filmfestival „Futurale“, 9. bis 15. Juni, Kino in der Pumpe, jeweils 19 Uhr. Ausnahme: Eröffnung, 9. Juni, 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anmeldung erbeten unter Tel. 0431/2007650 oder per E-Mail an kino@diepumpe.de.

Weitere Infos unter www.futurale-filmfestival.de

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Ein Artikel von
Ruth Bender
Kulturredaktion

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